Mit dem Rad der Sonne entgegen

Cycling towards the sun

2012 in review

Posted by raimundschallauer - 7. Januar 2013

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 13.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 3 Film Festivals füllen

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Tag 280 – 283: Kurzbesuch in Australien, Sydney – ENDE

Posted by raimundschallauer - 13. April 2012

Fr 13.04.2012

Letzte Nacht legte ich rund 4860 km zurück, schlief nicht, döste nur 2 Stunden ein bisschen vor mich hin und entsprechend müde war ich am Vormittag. Der Radtransport und die Einreise in Australien waren problemlos. Ich musste nur die Schachtel mit dem Rad öffnen, weil sie sehen wollten, ob es eh sauber ist. Man darf offensichtlich keinen Dreck ins Land bringen.
Mit dem Taxi fuhr ich zum Backpacker HQ Hostel, bekam dort ein Frühstück, konnte aber mein Zimmer erst knapp vor 11 Uhr beziehen. Ich legte mich dann für eine gute Stunde aufs Bett und am frühen Nachmittag machte ich meinen ersten Erkundungsspaziergang in Sydney.
Dieser Tag war emotional einer der intensivsten meiner Reise. Es war ein herrlicher Spätsommertag mit angenehmen Temperaturen, wie ich sie schon seit Monaten nicht mehr gefühlt hatte, blitzblauer Himmel und diese wunderschöne, saubere Stadt. Überglücklich, Australien erreicht zu haben, und im selben Augenblick wieder der Gedanke, lebt meine Mutter noch, ringt sie gerade mit dem Tod, oder geht es ihr doch wieder besser und sie schläft einen erholsamen Schlaf? Ich schau auf, seh vor mir das dunkelblaue Wasser am Circular Quai und dahinter Sydneys berühmte Oper im Licht der Spätnachmittagssonne und wieder schießen die Gedanken an meine Mutter durch den Kopf. Sie wollte schon im Winter, dass ich heimkommen, eigentlich wollte sie ja gar nicht, dass ich wegfahre und jetzt, da es ihr so schlecht geht, bin ich 16000 km entfernt. Es geht gar nicht viel weiter. Muss ich ein schlechtes Gewissen haben? Nein, dass hilft niemanden und hat noch nie geholfen. Dann wieder der Blick zur Habour Bridge, eine angenehme Brise vom Pazifik erfrischt mich, ich denke daran, dass meine Tochter vor ein paar Jahren hier Weihnachten und Silvester gefeiert hat und freu mich, dass sie in dieser schönen Stadt sogar ein Jahr leben konnte. Diese Gedanken- und Gefühlssprünge ‚plagten‘ mich den ganzen Nachmittag. Die eigenen Müdigkeit verstärkte das auch noch. Das muss man wirklich erst aushalten. Ich hoffe, dass mich bald bessere Nachrichten von zu Hause erreichen.



1. Sonnenaufgang über Australien, 2. die Küste nahe Sydney im Morgenlicht, bei solcher Aussicht kann man nicht einfach schlafen, 3. bei der Quay Station, echt oder nur für Touristen?  4. am Straßenrand beim Royal Botanical Garden (es kann mir sicher jemand den Namen die Hübschen sagen), 5. Habour Bridge, 6. Sydneys berühmte Oper

Sa 14.04.2012

Gestern sah ich schon die Vorbereitungen zum heutigen Sydney Triathlon, er gehört zu den ITU World Triathlon Series (quasi der Triathlonweltcup), das ließ ich mir nicht entgehen. Bei den Frauen sah ich nur den Zieleinlauf, sie starteten schon um ½ 8, aber den Wettkampf der Herren erlebte ich zur Gänze. Ein Österreicher war auch dabei, Andreas Giglmayr, und vor dem Start sprach ich kurz mit ihm. Beim Rennen selbst hab ich ihn dann immer angefeuert. Beim Schwimmen war er im Mittelfeld, beim Radfahren ganz vorne dabei aber beim Laufen ist er nach der 2 von 4 Runden nicht mehr vorbeigekommen. Schade. Gewonnen hat ein Deutscher, Justus Steffen.
Ich war so begeistert, dass ich am Nachmittag dann gleich mein Rad zusammenbaute. Ich werde vielleicht morgen ein bisschen durch die Stadt fahren. Am späteren Nachmittag hatte ich dann Waschtag, beim Warten auf die Waschmaschine und den Trockner schrieb ich 9 Ansichtskarten. Wie die Wäsche fertig war, war es dunkel auch schon wieder. Ich ging auf die Gasse und kaufte mir 2 Pizzaschnitten, mit dem großartigen Speisen in Restaurants ist es leider aus Kostengründen vorbei. Wieder im Hostel widmete ich mich meinem Mac. Er ist für fast alles zu gebrauchen: lesen, hören, spielen, Tagebuch führen, informieren, kommunizieren. Wie haben das die Leute früher nur gemacht?

1. Andreas Giglmayr, AUT, am Start beim Sydney Triathlon 2012, 2. über 40 Schwimmer in einem Rudel nach 750m von 1500m, 3. das Hauptfeld bei der Wende, 8 x kamen sie hier vorbei

 

So 15.04.2012

Leider erhielt ich von zu Hause keine Entwarnung, ganz im Gegenteil. Meine Brüder, Schwägerinnen und mein Vater halten abwechselnd Wache am Krankenbett bei meiner Mutter. Sie lassen sie nicht mehr allein, weil sie jederzeit mit ihrem Tod rechnen. Den halben Vormittag telefonierte ich mit Florian, Julia, meinem Bruder und meiner Schwägerin, nur ich muss die Entscheidung treffen, flieg ich heim oder nicht. Zu Mittag ging ich in den Botanischen Garten um mein Gehirn ein bisschen auszulüften. Am späteren Nachmittag war ich wieder zurück, setzte mich zum Computer, suchte nach Flügen und erkundigte mich, ob ich die bereits gebuchten und bezahlten Flüge nach Honolulu und Vancouver stornieren kann und vielleicht einen Teil des Geldes zurückbekomme. Bei Jetstar geht es nicht, bei der Westjet (Flug nach Vancouver) hab ich es dann gar nicht mehr probiert.
Julia rief mich wieder an, ob ich was von Oma wüsste und was ich jetzt mache, ich hatte auch noch die verzweifelt klingende Frage meiner Schwägerin vom Vormittag im Ohr, ob ich eh zum Begräbnis käme und da entschied ich, ok ich fliege. Einen halbwegs leistbaren Flug für morgen hatte ich bei China Airlines gefunden, 990 AU$.
Ich versuchte zu buchen, allein es ging nicht, meine Kreditkarte wurde nicht akzeptiert. Ich versuchte es nochmals, das gleiche Ergebnis. Ich rief die Mastercardnotfallnummer an, erklärte mein Problem, die vermittelten mich dann irgendwie nach Wien zu Paypal und dort erfuhr ich, dass der Betrag zu hoch ist, weil ich in diesem Monat den zur Verfügung stehenden Rahmen beinahe ausgeschöpft habe. (Flüge nach Honolulu und Vancoufer, eine neue Kamera, und ein paar Kleinigkeiten). Ich war in einer Sackgasse. Da mir nicht gleich eine Alternative einfiel, las ich mal genauer nach, wie es eigentlich mit dem Gepäck ausschaut. Beim Versuch zu Buchen hab ich nichts davon gelesen. Ich fand heraus, dass es bei diesem Flug 20 kg Freigepäck gibt und für jedes kg mehr 40€ (in Worten vierzig Euro pro Kilogramm) zu bezahlen seinen. Ich hatte beim Flug nach Sydney 43 kg. Also so geht das nicht. Julia war wieder am Telefon und suchte im Internet, was 20 kg per Post am Seeweg von Sydney nach Wien kosten. Das dauert zwar bis zu 3 Monaten, aber das kostet ’nur‘ 170 €. Das war die Lösung. Ich ging zum nächsten ATM, behob 500 AU$ mit der Bankomatkarte, morgen das Gleiche noch einmal. Packtaschen und Zelt werden per Post verschickt, das Rad nehm ich im Flugzeug mit, das Ticket kauf ich morgen am Flughafen und bezahle Cash. Irgendwann nach Mitternacht stand das alles fest und ich ging schlafen.

Mo 16.04.2012

Nach dem Frühstrück musterte ich nochmals meine Sachen aus, warf das alte Radgewand nach fast 20000 km, die Medikamente, die ich zum Glück nie brauchte, und unnötiges Kleinzeug weg und ging mit dem Rest zur Post. Dort verstaute ich aufs Neue alles in 2 Schachteln, eine große wäre billiger als 2 kleinere, aber so eine hatten sie nicht, insgesamt waren es 17 kg, dafür nahmen sie mir 217 AU$ ab und in 2 bis 3 Monaten werd ich wieder an meine Reise erinnert werden. Um 11 fuhr ich im Taxi mit der großen Radbox zum Flughafen.
Ich suchte den Schalter der China Airlines, vergeblich. Ich fand zwar ein Büro dieser Fluglinie, aber dort öffnete niemand. Bei einer Infostelle schilderte ich mein Problem, sie waren hilfsbereit, suchten mir Telefonnummern der Fluglinie und erlaubten mir zu telefonieren. Schlussendlich fand ich heraus, dass ich am Flughafen kein Ticket kaufen und bar bezahlen kann, mit Kreditkarte wäre es möglich. Ich hatte aber nur Bargeld. Es blieb mir nichts anderes übrig, als wieder in die Stadt zu fahren und im Büro, das übrigens gar nicht weit von meinem Hostel entfernt war, das Ticket zu kaufen. Ich deponierte mein Gepäck (17 AU$) kaufte einen Rückfahrschein für den Zug in die Stadt (24 AU$) und machte mich auf dem Weg. Das Büro der China Airlines war schnell gefunden, ich bezahlte, bekam das Ticket und fuhr wieder zum Flughafen. Nun war es 14 Uhr, das Warten begann, mein Flugzeug startet um 22:10 Uhr.
Ich setzte mich in ein Café, schrieb wehmütig die letzten Zeilen meines Reisetagebuchs und nach 1 1/2 Stunden bekam ich meinen Webbrowser endlich dazu, auch die Seite meines Blog zu öffnen und nicht immer bei der Startseite des Internetanbieters hängen zu bleiben. Harald hätte das in 5 Minuten gelöst. Jetzt funktioniert es auch bei mir, aber warum weiß ich nicht.
Die letzten Zeilen werden hochgeladen, es ist 1/2 6, ich werd mal schauen, ob ich schon einchecken kann. Wenn alles klappt bin ich morgen um 5:40 in Taipeh, fliege um 23:10 weiter (das wird wieder ein langer Tag) und komm am 18.4. um 6:30 in Wien an.

Ich danke allen, die mich auf meiner Reise begleiteten, Kommentare und emails schrieben, Tips gaben, mich aufmunterten  und anfeuerten. Ohne euch wäre alles viel, viel schwerer gewesen.
Ich erreichte einerseits viel mehr als mein ursprünglich gestecktes Ziel, kam immerhin bis Australien, war wirklich knapp daran, meinen Traum von einer Weltumrundung zu verwirklichen und hätte sehr gerne meiner Mutter davon erzählt. So hoffe ich, dass ich ihr wenigstens noch ein bisschen was von der halben Runde erzählen kann.

                                                                                                   DANKE

ΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩΩ



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Tag 268 – 279: Bali

Posted by raimundschallauer - 1. April 2012

So 01.04.2012

Zuerst wollte ich an meinem ersten ‚Urlaubstag‘ nicht gleich wieder weiterfahren. Das Zimmer war auch schön, das Hotel in ruhiger Lage und so wäre ich beinahe geblieben. Ich war dabei meinen Blog zu aktualisieren, aber als ich dann für das Hochladen von 2 Bildern mehr als eine Stunde brauchte, beschloss ich den Standort doch zu wechseln. Eigentlich wusste ich nicht, wo ich hinfahren sollte. Ich las im Lonely Planet nach und entschied mich, mit dem ruhigen Norden zu beginnen. Um ½ 11 fuhr ich ab, durch den Nationalpark Richtung Norden und dann entlang der Küste nach Osten. Auf der Strecke lagen die Orte Pejarakan, Pemutaran, Seririt und schließlich Kalibukbuk, 5 km vor Singaraja. Hier sind wenig Touristen, ein schöner Strand, aber mit schwarzem Sand (Lavasand).
Die Fahrt hierher war auch ein Vergnügen. Ich ließ mir Zeit, es war nicht heiß (nur 32°), der Asphalt war gut und der Verkehr wenig. Die Straße verlief abwechselnd durch schönen tropischen Wald, dann wieder dem Meer entlang und durch kleinere Ortschaften. Ich kehrte ein paarmal ein, aß Kleinigkeiten, trank Früchtejuice und genoss. Knapp vor 5 Uhr fand ich ein passendes Hotel, das GEDE Homestay, und mein erster Weg war ins Meer. Wirklich traumhaft, das Wasser hat genau die richtige Temperatur, nicht so warm wie in Ko Phi Phi, sondern grad so, dass man lange drin bleiben kann, es aber trotzdem erfrischt.


1. Ausfahrt aus Gilimanuk, der Ort, an dem die Fähre von Banyuwangi anlegt, 2. die Trimabucht, ganz im Nordwesten Balis, 3. im Norden Balis bei Grokgak, 4. der Strand vor meinem Hotel


Mo 02.04.2012

Zum Glück war in meinem gestrigen Hotel nur für eine Nacht ein Platz, so musste ich vormittags wieder aufbrechen und weiterfahren. Ich fuhr durch Singaraja ein Stück Richtung Gitgit, weil ich den Wasserfall besichtigen wollte. Ich besann mich dann aber anders, es geht nämlich 10 km nur bergauf, drehte um, fuhr wieder die Küste entlang nach Kubutambahan und weiter nach Bukti. Ich stieg im Hotel Tara für 150000,- (€ 12,-) die Nacht ab. Ich bin der einzige Gast heute, das Fenster meines schönen Zimmer ist direkt aufs Meer gerichtet. Der Sand am Strand ist schwarz, aber alles andere ist perfekt, ich hab AirCon und free WiFi, ein Restaurant ist dabei, ich werd wahrscheinlich 3 Nächte bleiben. Es ist nichts los hier, aber ein paar solche Tage tun mir sicher gut. Für morgen hab ich mir eine kleine Radtour nach Gitgit vorgenommen, ohne Gepäck!


1. Singaraja, 2. mein Häuschen im Tara Hotel, 3. der Strand vor dem Tara Hotel, 4. Tara Hotel, 5. mein Zimmer im Hotel Tara mit Meerblick


Di 03.04.2012

Um 5 Uhr stand ich auf, um einmal den Strand bei Sonnenaufgang zu sehen. Ausser mir war niemand da, später fuhren ein paar Fischer aufs Meer raus. Es war nicht spektakulär, aber stimmungsvoll. Um ¾ 6 legte ich mich wieder ins Bett. Um 7 Uhr stand ich endgültig auf, frühstückte und fuhr mit dem Rad nach Gitgit. Es bestätigte sich, dass meine gestrige Entscheidung richtig war. Die letzten 5 km ging es richtig steil rauf und ich war heilfroh kein Gepäck mitschleppen zu müssen. 30 kg zusätzlich spürt man wirklich.
Die letzten 600 m zum Wasserfall sind ein Fußweg, flankiert mit Souvenirläden. Beim Wasserfall selbst begann es dann ein bisschen zu regnen, das störte aber nicht weiter. Ich machte einige Fotos, kaufte am Rückweg bei einem Stand eine kurze Hose (die wissen immer wie sie mich rumkriegen), ich werd sie aber wieder wegschmeißen, sie hat irgendwie einen unmöglichen Schnitt. Bei der Rückfahrt schien bereits wieder die Sonnen. In Singaraja ließ ich mein Rad reinigen, schaut wieder super aus, und zurück im Hotel, ging ich erst einmal ins Meer.
Nachmittag leistete ich mir eine Massage im Hotel, saß im Restaurant, trank Bier, schrieb Tagebuch und mails, ließ mich bekochen (ich bin noch immer der einzige Gast und entsprechen liebevoll behandeln sie mich) surfte im Netz und genoss den Abend.

1. mein Strand um 5 Uhr morgens, genauso einsam ist er den ganzen Tag. Ich bin noch immer der einzige! Gast hier, 2. Wasserfall bei Gitgit


Mi 04.04.2012

Ein richtiger Urlaubstag. Sonne, Strand und Meer. Ein bisschen Internet, Fotos beschriften, Hostels in Sydney und auf Hawaii suchen, eine kleine Spazierfahrt mit den Leuten des Hotels nach Singaraja auf den Friedhof. Sie brachten Kaffee und Kuchen zu einem Grab, zündeten Räucherstäbchen an und nach einer ½ Stunde fuhren wir wieder. Abends ging ich nochmals schwimmen, dann gab es wieder ein köstliche Abendessen, gegrillten Fisch, und das war es auch schon wieder für diesen Tag. Wie gesagt, ein echter Urlaubstag.
Ich bin noch immer der einzige Gast im Hotel und am Strand.


Do 05.04.2012

Ein schwarzer Tag für mich, ein Glückstags für die Balinesen. Meine Kamera hat den Geist aufgegeben und so konnte ich keine Fotos von der Schweinerei machen, die sie auf ihrer Insel anrichten.
Ich fuhr von Bukti im Norden über Kitamani nach Ubud im Süden und in den Bergen kam ich durch Dörfer, wo mehr Dreck herumlag als an den schmutzigsten Abschnitten in der Ukraine. Bei der Einfahrt nach Kitamani, einer etwas größeren Stadt im Vergleich zu den umliegenden Dörfern, war eine durchgehende Dreckspur links und rechts der Straße, echt vom Feinsten, nur Plastikmüll. Und dann plötzlich war es für ein paar hundert Meter blitzblank. Sie wissen also, wie es geht. Der Übergang war so abrupt und auffallend, dass ich nicht versteh, warum nicht der erste ‚Schmutzige‘, der ja den Kontrast täglich vor Augen hat, auf die Idee kommt, seinen Dreck auch wegzuräumen. Gestern auf dem Friedhof hatte ich schon bemerkt, dass viele ein bisschen sonderbar sind. Sie hatten Kaffee und Kuchen für den Toten gebracht und ein Sackerl voll Blumenblüten über das Grab gestreut, aber dann das Sackerl einfach fallen gelassen, die Verpackung des Kuchens weggeschmissen. Die Gänge zwischen den Gräbern waren eine Müllhalde. Ich hab alles was sie fallen ließen, demonstrativ eingesammelt und sie dann auch gefragt, ob ihnen ihr Verhalten nicht komisch vorkommt. Bei ihrem Hotel geht der eine Typ den ganzen Tag durch den Garten, kehrt den Rasen und hebt runtergefallene Blätter auf. Dort ist alles fast übertrieben sauber, und ausserhalb ist alles egal. Ich hab ihnen gesagt, nicht nur der Garten gehört ihnen, sondern die ganze Insel und sie mögen sie bitte sauber halten – typisch Lehrer halt. Vielleicht hilft es.
Ansonsten war die Fahrt heute wirklich schön, zuerst ein 35 km langer Anstieg, nicht zu steil, aber soooo lang. Oben auf 1500 m wunderbare Landschaft, solange man den Blick nicht senkt. Vulkanberge und Kraterseen und dazwischen üppigste Vegetation. Ausserdem war es ganz schön frisch da oben.
In Ubud angekommen, suchte ich ein Fotogeschäft und sie werden versuchen, die Kamera zu reparieren, wenn es nicht geht, muss ich eine neue kaufen. Bei dieser Gelegenheit fragte ich auch den Angestellten, ob er ein billiges Hotel weiß. Er sagte, hier gibt es keine billigen, aber wenn ich will kann ich 1 oder 2 Tage in seinem Haus schlafen. Ich nahm dankend an. Er muss allerdings noch bis 9 Uhr arbeiten und so sitz ich einstweilen in einem Café und schreib das. Um 9 Uhr werd ich sehen, ob das wirklich klappt mit der Nächtigung.


Fr 06.04.2012

Alles hat wunderbar geklappt, aber es zeigte sich auch wieder, je weniger die Leute haben, desto großzügiger und gastfreundlicher sind sie. Der Bursche hatte wirklich nur eine Einzimmerwohnung mit winzigem Klo und Schüttdusche und das hat er mit mir geteilt. Ich schlief auf meiner Isomatte, das nächste Malheur, sie verliert Luft und ich musste sie stündlich neu aufblasen um nicht auf dem harten Fliesenboden zu liegen.
Nach dem Frühstück, das ich bezahlte nachdem er das Abendessen bezahlt hatte, fuhren wir in das Fotogeschäft und erhielten die Nachricht, dass sie meine Kamera nicht reparieren können. Und weil es eh schon Wurscht ist, kaufte ich eine neue G12 und schickte die alte heim. Das kostete mich nochmals 20 €. Ich kann doch nicht nach Sydney, Hawaii und Vancouver fahren, ohne ein Foto zu machen.
Nachdem das alles erledigt war, setzte ich mich aufs Rad, irgendwie muss man ja den Frust anbringen, und radelte nach Padang Bai. Unterwegs testete ich gleich die neue Kamera, sie funktionierte wunderbar, was meine Stimmung wieder ein bisschen anhob. Die 40 km waren bald herunter gespult, ich suchte ein Quartier, spazierte dann noch ein wenig durch den Ort, ließ mir die Haare schneiden und aß köstlichen Fisch am Abend. Auch hier ist es sehr ruhig, tote Hose ab 9 Uhr. In einer Bar war allerdings ganz gute Livemusik und dort trank ich noch 2 Bier.

1. in Gianyar, 2. ein Turm des Kentel Gumi Tempel, 3. er war zum Gkück versteinert, bei Banjarangkan


Sa 07.04.2012

Am Vormittag übersiedelte ich vom Kembar Inn zu den Kerti Beach Bungalows, nicht weil es im Kembar Inn schlecht war, nur hier ist ein ein bisschen billiger und noch ein bisschen schöner. Den Rest des Tages chillte ich. Ein kurzer Spaziergang am frühen Nachmittag zur Blue Lagune Beach, die ist aber nur schön anzuschauen, zum Schwimmen ist sie nicht besonders gut geeignet und so marschierte ich wieder zurück und verbrachte den Rest des Tages im Bett, im hauseigenen Swimmingpool und auf der Sonnenterrasse. Vor dem Abendessen ließ ich mich noch massieren und genoss dann auch im hauseigenen Restaurant ein köstliches Fischgericht, Fish Pepes ala Balinese (in Bananenblätter gekochter Fisch, serviert mit Reis und Gemüse) und ein großes Bier. Massage, Essen und Bier, 11 € – auch mit einer neuen Kamera geht das gute Leben weiter, zumindest bis Australien.


1. mein neues Zimmer im Kerti Beach Hotel, 2. vorne links oben das Restaurant, rechts mein Zimmer, geradeaus das Meer, 3. das Meer vor meiner Tür in Padang Bay, 4. Blue Lagune Beach, schön zum Schnorcheln, schlecht zum Schwimmen (starke Strömungen)

So 08.04.2012 OstersonntagIch wünsch all meinen Lieben und meinen Freunden ein frohes Osterfest

Die Sonntagsruhe hielt ich wirklich ein. Ich schrieb bloß ein paar Ansichtskarten, schwamm ein bisschen im Swimmingpool, spazierte nachmittags durch den Ort, trank zwischendurch mal einen Eiskaffee, abends aß ich wieder im Kerti Beach Restaurant und ging abschließend noch in eine Bar mit Livemusik. Hier traf ich 2 Südtiroler, einer ist schon 5 Wochen auf Bali tauchen, der andere verbringt seine Osterferien hier, taucht und schnorchelt auch, er studiert in Wien auf der TU Elektrotechnik (kennt aber den Lukas nicht).
Das war mein Ostersonntag, einfach erholsam, kein anstrengendes Essen bis zum geht nicht mehr (obwohl ich ja der Völlerei auch nicht abgeneigt bin, ein Godntag hat schon was für sich).

Mo 09.04.2012

Nachdem ich es in den letzten Tagen sehr ruhig und erholsam hatte, brach ich heute nach Kuta auf, dort soll ja immer was los sein. Die Entfernungen auf Bali sind zum Glück nicht sehr groß, sodass ich zu Mittag nach nur 58 km schon mein Quartier bezogen hatte. Ich fand ein Bungalow in einem schönen Garten mit Swimmingpool und nur 10 Gehminuten von Strand entfernt um knappe 17 € pro Nacht. Nach ein paar Längen im Pool und ein bisschen Sonnenbaden zum Trocknen ging ich zum Strand. Vor ein paar Tagen hat mir jemand erzählt, er hätte Kuta verlassen, weil der Strand schmutzig und nichts besonderes sei. Ich gewann einen ganz anderen Eindruck, kein Schmutz, wunderbarer weitläufiger Strand, schönes, klares Wasser und gar nicht so viele Leute. Ich weiß nicht, wo der war. Ich schaute mich ein wenig um, fotografierte und ging dann in das Hard Rock Café Bali, setzte mich auf die Terrasse mit Strandblick und trank ein Bier. Abends aß ich in einem Restaurant nahe meines Hotels ein Mie Goreng Spezial, machte einen Verdauungsspaziergang durch ein Souveniergässchen und ging zurück in mein Bungalow. Um 11 Uhr ist auch hier ziemlich Schluss.

1. auf dem Weg von Padang Bay nach Kuta, Küste südlich von Denpasar, 2. Pool in meinem Hotel, Mimpi Bungalow in Kuta, 3. im Hard Rock Café


Di 10.04.2012

Am Vormittag fuhr ich mit dem Rad durch die Stadt auf der Suche nach einem Radgeschäft, um wieder einen großen Karton zu organisieren. Ich muss ja für den nächsten Flug mein Rad wieder verpacken. Ich ersten Geschäft wollten sie 4 € für eine gebrauchte und ziemlich beschädigte Box, im zweiten Geschäft bekam ich eine praktisch neue um 80 Cent. Mit dem Riesending fuhr ich zurück. Das war gar nicht so einfach, mit der linken Hand steuern, rechts die Box, teilweise gegen die Einbahn, viel Verkehr und zum Schluss eine so enge Gasse, dass gerade 2 einspurige Fahrzeuge aneinander vorbeikommen. Aber alles ging gut.
Nach der ‚Anstrengung‘ sprang ich in den Pool und ließ mich dann von der Sonne trocknen. Nachmittags machte ich einen ausgedehnte Spaziergang durch die Stadt, dann zum Strand, schwamm in bisschen im indischen Ozean herum und war am frühen Abend wieder zurück. Duschen, eine Stunde Massage (€ 5,50 inklusive Trinkgeld), Abendessen (€ 5,-, Tom Yam Suppe, Hünchen-Avokado-Salat, Bananen-Vanillie-Fruchtlassy) und um ½ 8 war ich wieder im Hotel. Um 1/2 10 ging ich nochmals aus, weil das Internet im Mimpi nicht funktionierte. Ich setzte mich in den Havanna Club, trank Bier und aktualisierte den Blog.

1., 2. Strand in Kuta, kein Schmutz, klares Wasser, wenig Menschen, einfach super!!!

Mi 11.04.2012

Den Vormittag verbrachte ich damit das Rad reisefertig zu machen. Diesmal kam ich schon mit einer Box für das Rad aus, in Singapur hatte ich noch 2 zusätzliche Boxen für die Laufräder. Das ganze Rad, die Lenkertasche, das Werkzeug, das Zelt und meinen 3-Bein-Hocker konnte ich in einer Schachtel verstauen.
Nachmittags war ich dann lange am Strand, d.h. eigentlich im Meer. Ich bin glaub ich mindestens eine Stunde herum geschwommen, es war einfach herrlich. Wenn ich das noch ein paarmal mach, lern ich auch noch schwimmen. Nach dem Duschen im Hotel ging ich wieder in den Havanna Club, traf mich dort mit 3 Salzburgen, einem Pensionistenehepaar, das schon ca. 20 mal in Indonesien war und einen jüngeren, der das erste Mal auf Bali ist, aber dafür schon sonst fast überall auf der Welt war. Wir plauderten viel, aßen vorzüglich, das Lokal gehört übrigens einen Österreicher und entsprechend reichlich sind die Zutaten zu den Speisen. Nach 11 Uhr gingen wir nach Hause.


Do 12.04.2012

Um 12 Uhr musste ich aus-checken und so begann ich nach dem Frühstück gemütlich meine Sachen zu packen, zu Mittag war ich fertig. Ich durfte alles im Hotel deponieren, ich flieg ja erst spät nachts. Nachmittags spazierte ich ein wenig in der Stadt herum, saß aber die meiste Zeit in Internetcafés und surfte im Netz. Es war ein bisschen ein zaaacher Nachmittag. Für Abwechslung, die ich mir lieber erspart hätte, sorgt dann Julias Anruf. Sie teilte mir mit, dass meine Mutter im Spital auf der Intensivstation liegt. Sie hatte Grippe und das kann im Alter von 85 Jahren ganz schön gefährlich werden. Es war ½ 7, für ½ 8 hatte ich das Taxi zum Flughafen bestellt. Ausser hoffen und beten, dass sie wieder lebend aus dem Spital kommt, kann ich nichts machen. Behagt mir gar nicht, diese Hilflosigkeit. Um 23:10 Uhr Ortszeit hebt mein Flugzeug ab nach Sydney. Vielleicht gibt es morgen in Australien dann schon wieder bessere Nachrichten für mich.

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Tag 257 – 267: Jakarta – Bali, 1198 km

Posted by raimundschallauer - 21. März 2012

Mi 21.03.2012

Frühstück gab es erst um ½ 8, um 9:15, leider viel zu spät, fuhr ich ab. Die Ausfahrt aus Jakarta war echt spannend, laut, meist mit fast-Körperkontakt zu den Moped- und Motorradfahren, nur ein Zusammenstoß, aber es passierte glücklicherweise nichts. Schließlich war das Ärgste geschafft, prompt kam ich vom richtigen Weg ab, landete im Nirgendwo, mit Straßen wie im Norden Vietnams und kam erst nach einer Stunde wieder auf den richtigen Weg. Mit großer Verspätung und bei Affenhitze (38° im Schatten!!!) kam ich schließlich nach Jonggol, ca. 40 km Luftlinie südwestlich von Jakarta. Jetzt begann es erst richtig, ein Anstieg, knappe 600 hm, aber so steil, dass ich mit dem 2. kleinsten Gang fahren musste, 4 km/h und das 1 ½ Stunden lang. Eigentlich wollte ich bis Bandung kommen, aber unter diesen Umständen war es nicht möglich. Ich kam nur bis Cianjur (125 km) und selbst dafür musste ich schon ein halbe Stunde in voller Dunkelheit fahren. Die Strecke über Jonggol ist eigentlich eine Nebenstraße, aber der Verkehr ist enorm, viele wirklich stinkende LKWs, eine Unmenge Motorräder und somit viel Dreck in der Luft. Heute war ich bei der Ankunft dreckiger, als in den besten Zeiten auf der M5 in Russland.

1. der falsche Weg, wenig Verkehr zwar, aber auch nicht gut zu fahren 15 km nordwestlich von Jonggol, 2. endlich am höchsten Punkt des Tages, der gute Ausblick entschädigt ein bisschen für die kraftraubende, mühsame Auffahrt, ca. 20 km südlich von Jonggol


Do 22.03.2012

Nach dem Frühstück im Hotel, es war im Preis inkludiert startete ich um 7:15. Bald wusste ich auch, warum ich mich gestern in der Finsternis gar so plagen musste, es ging ständig bergauf. Heute war das natürlich fein, ich musste die 150 hm wieder runterfahren und dachte schon, wau, geht es heute gut. Aber dann kam wieder ein Berg, 500 hm nur, aber bei der Hitze litt ich wieder ganz schön. Diese Anstiege werden auch noch durch die vielen LKWs deutlich verschlimmert. Die plagen sich genauso wie ich, nur ihre Abgase muss ich einatmen. Und bei manchen glaubt man, sie verbrennen Altöl, da bleibt einem die Luft wirklich weg.
Der Verkehr auf Java ist insgesamt ein echter Hammer, ich hatte bis jetzt nichts vergleichbares. Peking und Hanoi kommen nicht heran und auch die schlimmsten Abschnitte in Russland hatten bei weitem nicht diese Verkehrsdichte.
Die Hotelsuche gestaltete sich auch schwierig. Ca. 40 km nach Bandung in Cicalengka begann ich zu fragen. Es war die letzte größere Ortschaft für die nächsten 60 km. Alle Befragten schickten mich zurück, manche sagten nach 3 km gäbe es ein Hotel, andere sagten nach 15 km. Ich fuhr zurück, fragte immer wieder, nach ca. 8 km erhielt ich wieder die Auskunft, noch 3 km, nachdem ich vorher schon bei 1 km war, aber gleichzeitig wurde mir von der befragten Dame mit Kind ein Zimmer in ihrem Haus angeboten, das wäre nur 50 m entfernt. Es war ein leeres Zimmer, aber ich hab ja meine Sachen mit, also nahm ich an.
Sie studiert englische Literatur in Bandung, ihr Mann und ihre Mutter arbeiten bei Coca Cola und leben alle in dem Haus. Sie hat 2 Kinder und ist momentan in Karenz, bekommt vom Staat 5 Jahre Karenzgeld. Nachdem ich geduscht hatte (Schüttdusche) ging sie mit mir zu einem Essenstand. Nach einem guten sumatraischen Essen (wie man mir sagte) gingen wir noch einkaufen. Ich kaufte Naschereien für ihre Kinder und Getränke. Ohne Internet kommt man auch zum Schlafen, um 8 Uhr lag ich schon auf meiner Matte.


1. schönes, grünes Indonesien, aber störende Überlandleitungen gibt es hier auch, der Fluss fließt von Saguling zum Ciratasee, 2. frisch gepflanzter Reis, auf den Feldern daneben wird geerntet, sie haben keine Winterpause, 3 bei Bandung, Ersatzteillager für alles am Straßenrand. Ob das täglich weggeräumt wird, weiß ich nicht, 4. meine so freundlichen Gastgeber in Cicalengka


Fr 23.03.2012

Um ¼ 7 am Morgen servierte mir mein Gastgeber bereits das Frühstück, um 7:15 nach einer herzlichen Verabschiedung fuhr ich los. Mein Ziel war Banjar, wenn geht 25 km mehr bis Majenang. Es muss heute irgend ein indonesischer Feiertag sein und somit ein verlängertes Wochenende begonnen haben. Der Verkehr war irrsinnig, unglaublich viele schwere Motorräder, Gold Wings und Halreys mit Polizeibegleitung waren in Rudeln zu 20 bis 40 mit Affentempo und entsprechendem Lärm unterwegs. Die ersten 60 km waren noch dazu sehr bergig mit wirklich steilen Anstiegen, an denen die Busse und LKWs alles an Dreck rausließen, was sie hatten. Von den 38° ganz zu schweigen. Unter diesen Horden waren auch auffallend viele Hobbyradler mit Rennrädern unterwegs. Das muss wirklich die einzige Straße hier sein, sonst würden die hier nicht fahren.
Die letzten 60 km hatte ich zwar Gegenwind, aber es ging in erster Linie bergab, von 700 hm auch ca.100 hm. In Banjar nach 120 km hatte ich genug, allein ich fand kein Hotel, alle waren voll. Schließlich fand ich eines, das dem Aussehen nach schon mehrere Jahre nicht mehr als solches diente. Ich bin auch der einzige Gast, hab zumindest sonst niemanden gesehen, entsprechend ist diese Unterkunft. Vielleicht starte ich da morgen dafür schon um 6 Uhr.


1., 2. mein Hotel in Banjar, 3. die Rezeption, 4. das neue Mustika Sari Hotel war voll, ich musste das alte hier nehmen


Sa 24.03.2012

Die Abfahrt war wie geplant um 6 Uhr. Bei der Ausfahrt aus der Stadt traf ich wieder die 2 Burschen, mit denen ich gestern ein Stück gemeinsam fuhr. Wir verloren uns aber gestern, sie hatten einen Defekt am Rad und blieben stehen. Als ich bemerkte, dass sie nicht mehr hinter mir waren, wartete ich 10 Minuten, fuhr aber dann weiter. Jetzt trafen wir uns wieder und wir plauderten 20 Minuten. Für heute hatten sie allerdings eine andere Route als ich.
Um 6 Uhr hatte es bereits 27° aber es wurde tagsüber nicht so heiß wie in den letzten Tagen, nur 35° und um 4 Uhr nachmittags waren es nur mehr 32°. Abgesehen vom Gegenwind war wirklich ganz gut fahren, vor allem auch, weil keine so steilen, giftigen Anstiege mehr waren. Das Gelände war sanfter und der Verkehr auch deutlich geringer. Dafür aber hatte ich heute den ersten Platten nach über 18 000 km, es gab also keinen Grund sich darüber aufzuregen. Nach 20 Minuten war der Schaden behoben und es ging weiter, 142 km bis Gombong. Morgen sollte ich Yogyarkata erreichen, dort gibt es wieder 2 Tagen Pause.


1. Waldstraße südöstlich von Lumbir, 2. Bauern bei der Reisernte um 3/4 1 zu Mittag bei Rawalo, 3. Durchfahrt durch Sumpiuh, 4. Abendstimmung in Gombong, Hotel Dunia. Es war wirklich so unnatürlich rosa.

So 25.03.2012

Um ½ 6 am Morgen regnete es noch um ½ 7 bei der Abfahrt war nur mehr die Straße nass. Der Verkehr war nicht allzu stark, das Gelände flach und so hatte ich nach 2 ½ Stunden bereits 55 km. Ich legte eine kleine Frühstückspause ein und danach lief es genauso gut weiter. Obwohl es gegen Mittag wieder an die 39° bekam und der Verkehr auch wieder stärker wurde, ging es mir recht gut. Um 1 Uhr hatte ich schließlich meine 120 km abgespult und stand vor dem Hostel in Yogyakarta. Ein Riesending mit ca. 300 Schlafplätzen, aber davon merkt man nichts. Es ist sauber, billig (70000 pro Nacht mit Frühstück) und gut. Am späteren Nachmittag ging ich in die Stadt, aß gut spazierte noch durch die Malioboro Jalan, die bekannteste Einkaufsstraße der Stadt und ging dann zurück zum Hostel. Ich aktualisierte noch meinen Blog, schrieb ein paar mails und ging bald schlafen. Ich war doch recht müde.

 
1. bei Gombong um 3/4 7 am Morgen, der Dunst vom nächlichen Regen hängt noch über den Wäldern, es hat bereits wieder 28°, 2. ein Fluss bei Bagelen, 3. das EDU Hostel in Yogyakarta, 4. Blick vom Hostel auf Yogyakarta

Mo 26.03.2012

Es war der e-mail-Tag meiner Reise. Am Vormittag hatte ich das Adressbuch geöffnet und hab der Reihe nach allen meinen asiatischen Bekannten und Freunden lange schon fällige mails geschickt. Anschließend hab ich noch mehr als eine Stunde Fotos beschriftet und so war es bereits früher Nachmittag als ich das Haus verließ. Zuerst ging ich zur Post und schickte ein Paket mit Landkarten und einem Buch nach Hause, ein kleines Packerl – 20 €, aber alles am Rad mitschleppen, wäre auch mühsam, dann nahm ich mir eine Rikscha und ließ mich durch die Stadt chauffieren. Die Fahrt vom Sultanspalast zum Birdmarket und Presitentenpalast, ca. 1 ½ Stunde, kostete 3 €.
Abends aß ich mich durch die Jalan Malioboro, an 4 Ständen probierte ich verschiedene indonesische Köstlichkeiten, und war um 8 Uhr zurück im Hostel.


1. er hat sich offensichtlich bei der letzten Rikschafahrt übernommen, 2. auf dem Birdmarket, ein Greifvogel? 3. das Haus des Presidenten, für den Fall dass er auf Besuch nach Yogyakarta kommt, 4. Überbleibsel aus der holländischen Kolonialzeit in Yogyakarta

Di 27.03.2012

Nach 4 Stunden Schlaf frühstückte ich um ½ 7 und um ½ 8 saß ich schon im öffentlichen Bus nach Borobudur.
So eine Busfahrt hier ist ein Abenteuer für sich. Es gibt 2 Einstiege beim Bus, beide Türen sind natürlich immer offen und 2 Busbegleiter stehen dort, geben Zeichen, rufen, winken Passagiere herbei, die müssen dann (beim fast noch fahrenden Bus) rein und rausspringen, andere Verkehrsteilnehmen, vorwiegend Zweiradfahrer werden zur Seite gewunken, wenn Passagiere aussteigen oder einsteigen möchten. Aus dieser Perspektive sieht es für Einspurige viel gefährlicher aus als ich es fühle, wenn ich selbst fahre. Allein die Busfahrt hat sich für den heutigen Tag schon gelohnt.
Beim Tempel selbst engagierte ich wieder einen Rikschafahrer, besser gesagt, er hat sich aufgedrängt und ich hab auch aus Bequemlichkeit nachgegeben. Wir fuhren zuerst zu den kleineren Mendut und Candi Pawon Tempel. Wir aßen dann zu Mittag, ich lud meinen Chauffeur ein, und danach ging es zum Borobudur Tempel. Man muss ihn immer im Uhrzeigersinn umrunden und jedes Mal eine Etage höher steigen, 6 Mal ging ich im Kreis und nach 2 ½ Stunden war ich wieder bei meiner Rikscha und dem wartenden Fahrer. Er brachte mich zurück zum Bus, ich gab ihm 60000,-, 10000,- davon Trinkgeld und fuhr mit dem Bus wieder zurück. Um ½ 5 war ich wieder auf der Malioboro Street.
Ich spazierte noch ein wenig herum, wurde dabei von einem Indonesen angesprochen, sie wollen alle immer ihre Batikbilder anbringen, und es stellte sich heraus, dass wir einen gemeinsamen Bekannten haben. Nicht Niki Lauda oder Hermann Meier, die verwenden sie immer nur, um im Gespräch zu bleiben. Niemand wird das erraten.
Es ist der leider schon verstorbene Ludwig Weinberger! (http://dl.dropbox.com/u/30741230/Weinberger.html). Der Indonese war vor ca. 20 Jahren in Wien und hat ihn gesehen. Irre! Oder?
Abends noch ein Bier oder zwei und morgen geht es wieder mit dem Rad weiter Richtung Bali.



1. Bhudda einmal nicht im Lotussitz, im Mendut Tempel, 2. Borobudur Tempel, Welterbe seit 1991, 3. schon fast ganz oben, man muss immer im Uhrzeigersinn den Tempel umrunden und am Ende jedesmal eine Etage höher steigen, 4., 5.  schon ganz oben, unter jeder sieser Glocken sitzt ein Bhudda (sie wurden beim Regenschauer nicht nass und meine Bekleidung ist Vorschrift, trägt jeder Besucher, ausser dem Buf am Kopf), 5., 6. Reliefs, auf jeder Etage sind rundherum solche Reliefs und zu jedem gibt es eine Geschichte (ob man alle kennt, weiß ich nicht)

Mi 28.03.2012

Frühstücken, aus checken, Abfahrt um 7:30 und um 8:20 war ich in Prambanan. Hier steht ein weiteres Weltkulturerbe, Indonesiens größter Hindutempel. Die Parkanlage rund um den Tempel ist echt einladend und man könnte leicht einen ganzen Tag dort verbringen. Ich gönnte mir knappe 1 ½ Stunden, spazierte herum, fotografierte, lauschte der indonesischen Musik die im ganzen Parkgelände dezent zu hören ist und absolvierte abschließend noch erfolgreich den Spießrutenlauf durch die Verkaufsstände beim Ausgang.
Knapp vor 10 ging es weiter nach Surakarta und schließlich nach Ngawi. Es war zwar wieder sehr heiß, aber der Rückenwind erleichterte die 153 Tageskilometer ganz erheblich. Nach einer Fahrzeit von 6 Stunden 22 Minuten und noch einer Stunde Mittagspause war ich um 5 Uhr beim Sukowita Hotel in Ngawi.
Die Landschaft, durch die ich heute fuhr, ist geprägt vom Fluss Bengawan Solo, der die ausgedehnten Reisfelder bewässert. Die Luft war heute klar und das frische, satte Grün der Reisfelder war in der Nachmittagssonne wirklich wunderschön. Man kann es als Radfahrer aber leider nur selten genießen, weil man sich wirklich auf den auch hier sehr starken Verkehr konzentrieren muss.
Der Verkehr ist wirklich das Einzige, das ich bisher an Indonesien kritisieren muss. Das Klima ist tropisch, no na, dafür kann niemand etwas. Das Land ist wunderschön und die Leute sind wirklich freundlich und hilfsbereit. Manchmal kommt mir der Verdacht, es liegt an mir, weil, überall wo ich hinkomme nur freundliche Leute, das kann es ja fast nicht geben. Es wird sich doch jetzt wohl jemand finden, der mir diesen Verdacht bestätigt 😉 .


1. der zentrale Teil des Prambanan Tempels, 2. der Shiva Tempel, es ist der Haupttempel, er wurde zwischen 1926 und 1953 restauriert, 3. rund herum viele kleinere noch nicht wieder aufgebaute Tempel. Zum Wiederaufbau, soweit möglich, werden immer nur Orginalsteine verwendet (da diese aber teilweise früher schon anders wo verbaut wurden, ist die Suche danach sehr schwierig), 4. beeindruckende Details in den vielen Reliefs an jedem Tempel, 5. Reisfelder 10 km westlich von Ngawi, 6. im Hintergrund der Vulkan Mount Lawu (er liegt 35 km südwestlich von Ngawi)

Do 29.03.2012

Heute bin ich wieder einmal nur gefahren. Von Ngawi nach Nganjuk und Jombang bis nach Mojokerto. Zuerst 53 km, halbe Stunde Pause, dann 47 km nochmals eine halbe Stunde Pause und dann noch 31 km. Knapp nach 2 Uhr war ich schon in einem Hotel in Mojokerto. Obwohl ich teilweise Gegenwind hatte, ging es mir ganz gut und ich erreichte immerhin einen 23er-Schnitt.
Nachmittags rastete ich ein wenig und plante dann die weitere Reise. Für den 12.4. hab ich den Flug nach Sydney gebucht.

Fr 30.03.2012

Gleich am Morgen ging es noch ein Stück Richtung Surabaya, der zweitgrößten Stadt Javas, entsprechend war der Verkehr. Wenn man durch einen 5 km LKW Stau durch muss, bekommt man einiges an Abgasen ab. Nachdem ich bei Balongbendo von dieser Einfahrtsstraße abbog, war es nur mehr normaler indonesischer Verkehr. Die Straße führte nach Sidoarjo, von dort ging es geradewegs nach Süden. Nach wenigen Kilometern erreichte ich den Schlammvulkan. Beim Vorbeifahren sieht man gar nichts davon, ein riesiger Damm schützt die Straße und die Bahn vor dem Schlamm. Den Damm kann man besteigen und dann sieht man das ganze Ausmaß. Ein riesiger Schlammsee, jetzt allerdings schon verfestigt, aber in einiger Entfernung sieht man von Zeit zu Zeit Schlamm in die Höhe schießen und dann steigt wieder eine riesige weiße Wolke auf. Das Loch in der Mitte soll 50 Meter im Durchmesser haben und ein Typ erzählte mir, sein Haus sei unter diesen Schlammmassen und er hätte lediglich 20 % vom Staat ersetzt bekommen.
Von dort ging es noch ein Stück nach Süden und dann wieder ostwärts bis Paiton, immerhin wieder 157 km. Bis Bali sind es jetzt nur mehr 150 km, das sollte ich morgen schaffen.


1. Schlammvulkan Sidoarjo, 2. Damm beim Schlammvulkan verhinderte weitere Zerstörung von Dörfern, 3. Bentar (Tamansari) ca. 30 km westlich von meinem Tagesziel Paiton, 4. die Jugend von Bentar, 5. und die Alten in Bentar

Sa 31.03.2012

Ich saß zwar schon um ½ 7 auf dem Rad, aber ich wollte in den ersten 2 Stunden einfach nicht in die Gänge kommen (es war mühsam, es fiel mir schwer zu fahren – Übersetzungshilfe nach Mariupol). Ich fürchtete schon, wenn das so bleibt, wird es ein langer Tag. Die Gründe waren vielleicht die gestrigen flotten und somit auch anstrengenden 157 km und die sonderbare letzte Nacht. Eine Geschichte, wie man sie nicht täglich erlebt.
Im Al-Nauli Hotel in Paiton hatte ich Zimmer 12 bezogen, es gab aber keinen Interanschluss, also ging ich abends noch in ein nahes Intertnetcafé, um mails zu schreiben und meinen blog zu aktualisieren. Um ½ 10 kam ich wieder zurück. Die Dame von der Rezeption wies mich an das Zimmer zu wechseln, ich solle in Zimmer 2 schlafen. Nachdem dieses schöner als mein 12er-Zimmer war, nahm ich meinen Sachen und übersiedelte. Als sie das sah, machte sie mir durch Zeichen klar, sie konnte ausser ‚yes‘ und ‚ok‘ kein Englisch, dass ich nur im 2er Zimmer schlafen soll, aber meine Sachen im 12er lassen muss. Nach längerer, sinnloser Diskussion, wir konnten uns ja verbal nicht verständigen, gab sie schließlich nach. Ich wechselte mit all meinen Sachen ins neue Zimmer. Nach einiger Zeit klopfte es an meiner Tür, ich machte auf, sie teilte mir mit, dass sie jetzt etwas essen ginge. Was mich eigentlich überhaupt nicht interessierte. So gut so schön. Irgendwann um Mitternacht ging ich schlafen. Plötzlich wurde ich durch erneutes Klopfen und einem ‚Mister -Ruf‘ geweckt. Ich sprang auf, dachte ich hab mich verschlafen und es gibt schon Frühstück. Dann fiel mir aber ein, dass es ja gestern hieß, es gäbe kein Frühstück. Ich öffnete trotzdem, besagte Rezeptionistin stand wieder vor der Tür, ich ging ins Zimmer zurück, schaute auf die Uhr, es war ½ 4 Uhr in der Früh. Ich fragte, was das soll und was sie wolle. Ich müsse wieder in das andere Zimmer zurück, gab sie mir auf sehr bestimmte Art zu verstehen. Ich sag euch, ich war zu keiner ernsthaften Gegenwehr fähig, ich packte meine Sachen, ging wieder ins 12er Zimmer und schlief weiter. Während ich meine Sachen zurücktrug, saß sie am Gang auf dem Boden und starrte in das im Gang eingelassene Aquarium. Diese Geschichte ist nicht von Roald Dahl, sie passierte wirklich am 30.3.2012 in Paiton, Indonesien.
Nach den ersten paar Stunden lief es dann wieder normal, ich fühlte mich gut, konnte auch Tempo machen. Das wahr jetzt schon die Anziehungskraft Balis. Je weiter ich nach Osten kam, desto weniger wurde auch der Verkehr und es war wirklich schön zu fahren. Um 4 Uhr, nach 147 km, war ich voller Freude und Euphorie in Ketapang auf der Fähre nach Bali. Eigentlich bin ich jetzt am Ziel meiner Radreise. Ein Ziel, an das ich beim Wegfahren überhaupt nicht dachte. Ich bin rundum happy und zufrieden. Jetzt gibt es vorerst einige Tage Urlaub, dann geht es im Eiltempo über Sydney, Hawaii und Vancouver heimwärts. Da werd ich wohl mehr fliegen als Radfahren.


1. der Nordosten Javas ist geprägt von Reisfeldern und Vulkanen, im Hintergrund der Raung (glaub ich), 2. Fischerboote bei Bungatan, 3. durch den Buleran Nationalpark, ganz im Nordosten Javas, 4. endlich! Bali!

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Tag 253 – 256: Jakarta

Posted by raimundschallauer - 20. März 2012

Sa 17.03.2012 St. Patricks Day

Zu mittag fuhr ich vom Hunny Hostel zum Six Degrees Hostel, das ein sehr netter Ire mit seiner genauso liebenswerten indonesischen Frau führt. Es ist wirklich ein Hostel zum Wohlfühlen, es war das Hunny Hostel schon ausgezeichnet, aber das übertrifft es noch. Die Stimmung hier ist super, familiär, herzlich, irische Musik, etc..Ich hab schon angefragt, ob ich nicht vielleicht einen 4. Tag bleiben kann.
Abends wurde St.Patricks Day gefeiert und gleichzeitig der 5. Hochzeitstag des Chefs und der Chefin. An diesem Abend kochte der Chef selbst, nach dem köstlichen Essen ging es auf der Dachterrasse weiter. Irgendwann lange nach Mitternacht fuhren die Verbliebenen noch in einen Club. Man durfte dort nur mit geschlossenen Schuhen hinein, ich hatte aber nur meine Sandalen. Die Lösung war bald gefunden, einer der dortigen Securities tauschte einfach mit mir die Schuhe. Nachdem wir dort vollgedrönt worden waren, suchten wir wieder meinen Tauschpartner, tauschten die Schuhe zurück, und mit Susan, eine Freundin der Chefleute ging ich noch essen und dann brachte sie mich nach Hause. Um 5 Uhr schließlich war ich im Bett.


1., 2. Six Degrees Hostel, 3. die immer lachenden und gut gelaunten indonesischen Mädls bei der Party auf der Dachterrasse, 4. Watsi und Dave, sie feierten nicht nur den St. Patricks Day sondern auch ihren 5. Hochzeitstag, 5. Schuhtausch mit Sucurityguy


So 18.03.2012

Nach dem Frühstück fuhr ich mit dem Rad zu Susan. Wir knotzten noch ein bisschen herum, sie war auch grad erst aufgestanden, schauten Fotos an und fuhren dann am frühen Nachmittag zuerst zum Strand in Ancol, spazierten einmal rauf und runter und dann weiter in den Botanical Garden in Bogor, ca. 50 km südlich von Jakarta. Es ist eine schöne große Anlage, ruhig, nicht zu viele Besucher. Wir blieben fast 2 Stunden dort, gingen dann Abendessen und des Nachts fuhr ich dann mit dem Rad ohne Licht (Rücklicht hatte ich schon) durch Jakarta zurück zum Hostel.

1. Presidentengebäude in Bogor, 2. Susan im Botanischen Garten in Bogor


Mo 19.03.2012

Nachdem ich gestern abends meine Geldbörese in Susans Auto vergessen hatte, konnte ich heute Vormittag nicht allzu viel unternehmen. Man fühlt sich so hilflos, wenn man keinen Cent in der Tasche hat. Ich blieb im Hostel und am frühen Nachmittag brachte mir Susan die Geldbörse vorbei und nahm mich noch zum nächsten Buchgeschäft mit. Dort verbrachte ich ein paar Stunden mit der Suche nach guten Karten von Jakarta und Indonesien. Auf meinem Fußmarsch zurück erwischte mich grad vor einem McDonalds ein kräftiger Regenschauer, sodass ich nochmals eine Stunde einkehren musste. Abends im Hostel surfte ich im Internet und unterhielt mich dann länger mit einem Engländer, der auch gerade mit dem Rad angekommen war. Er fährt von Kambodscha nach Australien, muss sich sehr beeilen, weil er kaum noch Geld hat, will in Darwin für ein paar Monate Arbeit suchen und dann nach Canberra weiterfahren. Um Mitternacht ging ich schlafen.

Di 20.03.2012

Den Vormittag verbrachte ich mit meinem Blog, nachmittags war endlich einmal Sightseeing angesagt. Ich fuhr mit der Bahn zum National Monument, spazierte einmal rundherum und ging dann in das angeschlossene National Museum, im Freien war es ohnedies zu heiß. Dort ist sehr schön die Geschichte Indonesien, beginnend vom Java-Menschen bis zur Gegenwart dargestellt. Anschließend fuhr ich wieder zurück zum Hostel, ging zur Post, wollte ein Paket aufgeben, aber leider schloss das Postamt schon um 2 Uhr. Da soll noch einmal jemand sagen, unsere Ladenöffnungszeiten müssen ausgedehnt werden.
Abends packte ich noch meine Sachen für die morgige Abreise, trank ein letztes Bier in Jakarta und ging ein wenig früher zu Bett.


1. das sind die ärgsten Stinker und Lärmquellen in den Straßen von Jakarta, 2. eine kleine Demo sorgt für zusätzlichen Stau, 3. statt einer U- oder Straßenbahn gibt es ein paar normale Bahnlinien durch die Stadt und sonst nur Busse und Kleinbusse als öffentliche Verkehrsmittel, 4. the National Monument, darunter das Museum, 5. sie interviewten mich vor dem National Monument und wollte dann natürlich Fotos machen

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Tag 243 – 252: Singapur

Posted by raimundschallauer - 9. März 2012

Mi 06.03.2012

Am Vormittag Regen, am Nachmittag dunstig und trüb, ein Tag einfach zum Nichtstun. Und so hielt ich es auch. Das einzig Vernünftige das ich tat, ich schrieb Ansichtskarten und fuhr zu einem Outdoorspezialisten, der Marmot Produkte vertreibt, um endlich meine Zeltstange reparieren zu lassen oder eine neue zu kaufen. In Australien werde ich das Zelt wieder häufiger benützen, denke ich. Die Reparatur war komplizierter als gedacht. Er wollte einfach das kaputte Teil ersetzen, musste aber feststellen, dass die Einzelteile der Stange unterschiedliche Stärke haben und nicht beliebig zusammenpassen. Er versprach mir, sich darum zu kümmern und ich könnte morgen eine neue oder die reparierte Zeltstange abholen.
Am späteren Nachmittag war ich och in der näheren Umgebung des Hostels unterwegs, aß bei einem Straßenrestaurant in Chinatown und abends gönnte ich mir in einem Pub noch ein Bier um 5€.


Do 07.03 2012

Nach dem gestrigen Faulenzen war ich heute wieder produktiver. Zuerst suchte ich ein Postamt, dann fuhr ich mit dem Rad zum Outdoorgeschäft. Der sehr hilfsbereite Verkäufer hatte sich zwar um meine Zeltstange gekümmert, konnte aber keine zusammenpassenden Teile auftreiben. Also bastelten wir weiter, schnitten zu guter letzt dann ein Stück auf die richtige Länge ab, wofür er allerdings eine Eisensäge aus einem nahen Fahrradgeschäft holen musste. Als das endlich geschafft war, er verrechnete mir weder für die neuen Stangenteile noch für die Arbeit etwas. Er brachte die eisensäge zurück und ich ging gleich mit ihm zu dem Fahrradgeschäft, um dort einen Karton zu besorge, in dem ich das Fahrrad für den Flug nach Jakarta zu verstauen kann. Sie halfen mir noch, das Ding irgendwie auf den Rücken zu binden, sodass ich damit zurück zum Hostel fahren konnte.
Den ganzen restlichen Nachmittag bis 10 Uhr abends verbrachte ich dann an der Marina Bay und im Marinabay Sands, einem Einkaufszentrum der besonderen Art. Es ist in den unteren Etagen eines 3-türmigen 2500-Betten Hotels und in erster Linie sind Namen wie BALLY, Dior, Cartier, Stefano Rici, Chanel, Yves Saint Laurent zu finden, auch Swarovski sah ich.
Wie ich so durch diesen Luxus spazierte, ging mir durch den Kopf, dass man die Menschen in 3 Gruppen einteilen könnte: die wirklich Reichen, die hier auch einkaufen und immer bestrebt sind ihren Reichtum zu bewahren und zu vergrößern, dann eine Gruppe zu der ich mich zähle, die es sich leisten kann, herumzufahren und diesen Reichtum zu bestaunen und dann auch selber gern ein bisschen reich sein möchte, und die dritte Gruppe, die von alldem nichts weiß, weil sie nicht einmal Strom haben um sich das im Fernsehen anzuschauen, sondern deren einzige Intension es ist, täglich zu essen und ihre Kinder bzw. Familie zu versorgen. Wer ist der Glücklichste?
Nach Einbruch der Dunkelheit genoss ich noch, vor einer Bar bei einem 10€-Bier (keine O-ohne- Bedienung) sitzend, ‚WONDER FULL‘ die größte Licht und Wassershow in Südostasien. Dann ging ich heim, aß vor meinem Hostel noch eine Käsekreiner an einem Würstelstand. Der Betreiber stammt übrigens aus Gresten, fast ein Nachbarort zum Sonntagberg. Ich plauderte mit ihm mindestens eine Stunde, er erklärte mir, wie die Welt funktioniert und vieles mehr. Im Hostel beschriftete noch die vielen Fotos, die ich tagsüber gemacht hatte und ging schließlich nach 2 Uhr zu Bett.



1. Häuser an der South Bridge Road, 2. Singapur river und im Hintergrund Marina Bay Sands, 3.in einer Nebenstraße am Boat Quay, 4. Marina Bay Sands und davor die Helix Bridge über die Marina Bay, 5. Parliament vom Boat Quay aus gesehen, 6. ArtScience Museum, singapur Flyer und Marina Bay Sands, 7. Marina Bay Sands, innen, 8. Boat Quay, 9. ArtScience Museum und The Promontory@Marina Bay

Fr 10.03.2012

Nachdem es gestern doch spät wurde, stand ich auch nicht so zeitig auf, frühstückte gemütlich und widmete mich dann meinem Blog, schrieb e-mails, las ein bisschen über Singapur und so verstrich der Vormittag. Nachmittags spazierte ich über den Clarke Quay zum Fort Canning Park und blieb dort bis zum Abend. Am Rückweg aß ich wieder in Chinatown und abends beschäftigte ich mich wieder mit meinen Fotos.


1., 2., 3. Clakre Quay, 4. Blick vom Raffles House im Fort Canning Park Richtung Osten, 5., 6. im Fort Canning Park


Sa 11.03.2012

Auch am 4. Tag in Singapur gab’s noch was anzuschauen. Nachdem ich am Vormittag meine Internetsachen zum Großteil erledigt hatte, ging ich in das Museumsviertel nördlich des Singapur Rivers. Im Arts House hielt ich mich dann längere Zeit auf. Es gab dort eine Watercolor Painting Exhibition von Thida Adireksarn, die war zwar sehr schön, aber ein weiterer Grund für den langen Aufenthalt war auch der Regen draußen. Als der Regen endlich aufgehört hatte, ging ich zum Arts Science Museum, um mir die Titanic Artifact Exhibition anzusehen. Die ist wirklich beeindruckend, man fühlt förmlich die Aufbruchstimmung der damaligen Zeit vor der Abfahrt und dann die Tragödie. Es werden auch Schicksale von Einzelpersonen beschrieben, deren Habseligkeiten man geborgen hat. Es lief mir manchmal kalt über den Rücken.
Um 9 Uhr abends ging ich wieder nach Hause, aß in bewährter Manier in Chinatown und gönnte mir auch eine große Flasche Tiger Bier um 5,9 Singapurdollar.

1. Wasserfarbenmalerei Ausstellung im Arts House, 2. links Teil des Arts Science Museum und geradeaus Blick auf die Hochhäuser am Singapur River

So 11.03.2012

Ich wollte heute Singapurs Botanischen Garten besuchen. Ich fuhr mit dem Rad hin, war, wie ich jetzt weiß, auch praktisch dort, fragte dann jemanden wo, der jetzt sei und erhielt als Anwort: mit dem Rad noch mindestens 25 Minuten Richtung Norden. Das war mir dann doch zu weit und ausserdem sah es sehr nach Regen aus. Ich drehte um und fuhr zum Singapore Flyer, dem Riesenrad auf wienerisch. Es ist angeblich das größte der Welt. Ich bezahlte umgerechnet € 18,- für das Ticket und wollte gerade einsteigen, als es zu regnen begann. Ich fragte ob ich wieder zurückgehen darf und später fahren. Sie erlaubten es und ich setzte mich für 2 Stunden in ein Café trank einen Eiskaffe und wartete bis der Regen aufhörte. Es hat sich ausgezahlt, sowohl das Warten als auch die 18 Euro. Es war wirklich ein tolles Erlebnis mit herrlicher Aussicht auf die Stadt. Abendessen gab es wieder in Chinatown und im Hostel buchte ich dann noch für Freitag den Flug nach Jakarta.

1. Singapore Flyer, zu deutsch: Riesenrad, 2. Blick vom Flyer auf die Marina Bay, 3. Blick aufs Meer und rechts Gardens By The Bay


Mo 12.03.2012

Den Vormittag verbrachte ich im Hostel mit einem kleinen Abstecher zum Postamt, nachmittags ging ich nochmals zu dem Radgeschäft in der Waterloostreet und besorgte mir noch zwei Schachteln für die Laufräder. Um das Rad zu verpacken, musste ich die Pedale, den Radständer und den Lenker abschrauben und den Sattel herausnehmen, dann passte es in die große Box, für die Laufräder hab ich jeweils zwei kleinere. Dann wären da noch meine Packtaschen und die Lenkertasche und natürlich mein Rucksack, wie ich das alles transportieren soll, weiß ich noch nicht. Auf alle Fälle werde ich nicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln am Freitag zum Flughafen fahrenden. Sightseeing fiel heute aus.


Do 15.03.2012

Der Tag verging im Wesentlichen mit Verpacken und Planen und Buchen und Informieren. Ich kaufte noch Klebeband und Schnur und verstaute mein Fahrrad endgültig in 3 Kartons. Nachdem sozusagen die Hardware erledigt war, ging es ins Internet. Hostel in Jakarta suchen und buchen, Web-Jeck-In für den Flug morgen, Infos über Jakarta einholen, zwischendurch einmal Essen gehen, Route in Java ein wenig planen, usw. Man könnte fast sagen ein arbeitsreicher Tag.

Fr 16.03.2012

Viel blieb mir für heute nicht mehr zu tun, noch dazu wurde der Flug um 2 Stunden verschoben, sodass ich erst am Nachmittag am Flughafen sein musste. Der Transport mit meinen 5 Paketen ging viel einfacher als ich befürchtet hatte. Im Taxi hatte alles Platz, am Flughafen war es auch problemlos. Ich konnte alles auf ein Wagerl laden, einchecken, 8 kg Übergewicht ignorierten sie höflicher weise. So blieben mir noch 1 ½ Stunden bis zum Boarding, Zeit um den Blog zu aktualisieren. Internetaccess gibt es überall am Flughafen. 17:35 starte ich nach Jakarta.
Der Start verzögerte sich noch um eine Stunde, sodass ich erst um ½ 8 (½ 7 Ortszeit) in Jakarta ankam. Mit dem Taxi ging es vom Flughafen zum Hostel. Ich baute mein Rad wieder zusammen, ging noch zu einem Burger King und schließlich um ½ 2 ins Bett.

1. mein Rad samt Packtaschen einmal anders, 2. Airport Singapur, Terminal 1, Gate 32 – 34, 3. ich fliege mit Jetstar und einer A320



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Tag 240 – 242, Kuala Lumpur – Singapur, 424 km

Posted by raimundschallauer - 6. März 2012

So 04.03.2012

Ich sah zwar noch lange nicht alles von KL, aber da ich ja nur ein Jahr frei habe, musste ich aufbrechen. Singapur wartet. Die Ausfahrt von KL war zwar leicht zu finden, wenn man so wie ich auch Autobahnen nützt, aber beschränkt man sich auf ‚Bundesstraßen, ich weiß nicht, wo ich da hingekommen wäre. Nach den ersten 30 km ging es dann normal weiter, immer der Straße Nr. 1 folgend kam ich durch Kajang, Seremban und schließlich die lertzten 40 km auf der 19er bis nach Melaka. Eine Stadt die wie Georgtown 2008 zur World Heritage City erklärt wurde.
Heute blieb der Nachmittagsregen aus, dafür wurde es sehr heiß, 43,5° am Rad während der Fahrt. Es ging mir aber gut, ein paar Tage Pause sind doch sehr erholsam, und nach 155 km war ich um ½ 6 in Melaka. Ich fand schnell ein Guesthouse, duschte und machte mich auf einen Stadtrundgang mit Abendessen in Chinatown. Um 10 war ich wieder zurück, widmete mich noch ein wenig meinem Computer und ging aber, doch ziemlich müde, bald schlafen.


1. malayischer Friedhof 10 km nördlich von Melaka, 2. Melaka, Kaffeehäuser und Restaurants am Ufer des Melakaflusses, 3. Melaka bei Nacht, 4. Rikscha in Melaka, ein besonderes Gefährt

Mo 04.03.2012

Um ½ 8 bei der Abfahrt schaute es schon bedrohlich nach Regen aus. Es dauerte auch nicht lange bis leichtes Nieseln einsetzte. Bei 26° war das aber kein Problem und es hörte auch nach einer ¾ Stunde wieder auf. In Muar nach knapp 50 km suchte ich ein Postamt auf, um endlich meine Karten und mein Paket an die Kinder meines vietnamesischen Freundes los zu werden. Ich wurde aber leider nicht nur dieses los, sondern brachte auch meinen iPod an den Mann. Ich hab ihn sehr wahrscheinlich im Postamt liegengelassen wie ich die vietnamesische Adresse rausgesucht habe. Ich fuhr dann vom Postamt weg und nach 3 km setzte heftigster Regen ein. Ich flüchtete in einen Unterstand und beim Warten auf Wetterbesserung bemerkte ich das Fehlen des iPod. Nach einer knappen Stunde hörte der Regen auf, ich fuhr zum Postamt zurück, aber niemand wollte ihn gesehen haben. Pech! Aber dafür hatte ich den restlichen Tag Wetterglück, mehr als manchmal ein bisschen Nieseln wurde es nicht mehr und die Temperatur blieb unter 28°, ganz passables Radwetter. So schaffte ich es trotz der Regenpause, der Postamtsuche, der Umkehr und iPodsuche bis Pontian Kechil, ganz im Südosten Malaysiens. Beim Abendessen saß ich am Strand der Straße von Malaka. Auf der anderen Seite dieser Meeresstraße liegt Sumatra, aber soweit sieht man nicht.

1. Fussbalplatz in Benut, ca. 10 km NW von Pontian, gefallen haben mir die Palmen, 2. Mündung des Pontian Besar unmittlebar neben der Stadt Pontian

Di 05.03.2012

Es war wieder einmal ein gemütlicher Radtag mit nur 89 km. Um ¾ 8 fuhr ich in Pontian weg, um ½ 11 war ich an der Grenze. Die letzten km zur Grenze waren nicht gerade angenehm zu fahren, es war schrecklich viel Verkehr. In der Grenzstadt Johor Bahru aß ich noch zu Mittag, um die restlichen Ringgit anzubringen, dann passierte ich die Grenze. Der Grenzübertritt ist wirklich perfekt organisiert, trotz unheimlich vieler Menschen dauerte es keine 10 Minuten. Dann war ich endlich in Singapur, ein großes Ziel meiner Reise, an das ich beim Wegfahren gar nicht zu denken wagte. Ich fühlte wirklich eine große Freude, die Grenzbeamten in Singapur beklatschen mich, als sie mich mit dem Rad kommen sahen, da wurde ich echt ein wenig euphorisch. Von der Grenze bis zum Hostel im Zentrum (Chinatown) waren es nur mehr 25 km und die waren auch bald abgespult. Nachdem ich mich häuslich eingerichtet hatte, mache ich noch einen Spaziergang in der nähreren Umgebung, gönnte mir zur Feier des Tages ein sauteures Bier und nach einem chinesischen Abendessen ging ich mit großer Zufriedenheit zurück zum Hostel.

1. Ausfahrt für Einspurige aus der Grenzkontrollhalle Malaysiens, 2. im Niemandsland, und vor mir liegt Singapur



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Tag 237 – 239, Kuala Lumpur

Posted by raimundschallauer - 2. März 2012

Do 01.03.2012

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhr ich zum Garmin Headquater, sah mir die neuesten GPS-Geräte an und kaufte mir schließlich den City Navigator Australien (Straßenkarte). Es gab ihn nur auf Micro SD Card, dafür kostete er auch ’nur‘ 150 Ringgit statt 150 US$ (3 Ringgit sind 1 Dolar).
Den Nachmittag und den Abend verbrachte ich wieder im Golden Triangle. im KLCC (Kuala Lumpur City Center) und bei den Petronas Towers. Ich war in Buchläden kaufte Karten von Kuala Lumpur und Malaysia, war in Kaféhäuser und genoss Wiener Eiskaffee und verpflegte mich an Straßenständen. Das Zentrum KLs ist gar nicht so groß, es lässt sich gut zu Fuß erkunden.

1. KLCC, Kuala Lumpur City Centre, 2. Petronas Towers, 452 m hoch, 3. im Einkaufszentrum zwischen den Petronas Towers ein Wiener Café, da kam ein wenig Heimweh auf

Fr. 02.03 2012

Nach dem Frühstück am späten Vormittag startete ich einen ausgedehnte Spaziergang durch Chinatown. Längere Zeit hielt ich mich im Central Market auf, wo es soviel zu kaufe gäbe, Souvenirs, Krimskrams und viele schöne Sachen. Ich kaufte nur 2 Teddybären für Thiens Kinder (der Vietnamese mit dem sterbenden Vater, der mich seinerzeit beherbergte) und ein Lesezeichen mit der Skyline Kls für mich. Im Old China Café stärkte ich mich, besuchte noch zwei Tempel und kam dann nach 4 Uhr noch beim Jalan Petaling Nachtmarkt vorbei. Hier waren sie gerade beim Aufbauen, ich ging zurück zum Hostel. Abends ging ich nochmals zum Petaling Night Market.


1. Dayabumi Komplex, 2. im Guanditempel, Guandi ist der Taoistische Gott des Krieges (er sieht gar nicht so wild aus), 3. im Sri Mahamariammantempel, 4. Old Chenese Café, 5. Koon Yam (Guanyin) Temple (Gott der Barmherzigkeit)

Sa 03.03.2012

Vormittags schrieb ich Ansichtskarten und versuchte dann erfolglos die Karten und ein Paket aufzugeben, Postämter haben in Malaysien Samstags und Sonntags geschlossen. Ist ja schon fast wie bei uns daheim. Anschließend machte ich mich wieder auf Sightseeingtour. Zuerst war ich in der Gegend der KL City Gallery und von dort ging ich zum Menara Tower, dem 4. höchsten Fernsehturm der Welt. Für die 270 hm Liftfahrt zahlt man umgerechnet 10€, aber das war es wert. Der Blick auf die Stadt ist wirklich umwerfend. Ich konnte leider nicht eine Etage höher in das sich drehende Restaurant, dafür hätte ich ein teureres Ticket gebraucht, aber das bemerkte ich zu spät. Ich war ziemlich lange oben, ging einige Male im Kreis herum und jedesmal entdeckte ich was Neues. Am späteren Nachmittag, grad wie es wieder zu regnen begann, ging ich ins Hard Rock Café und trank ein Bier. Dann schlenderte ich noch ein bisschen durch das Golden Triangle und fuhr von dort mit der Metro zurück zum Hostel. Ich packte meine Sachen noch ein und ging zu Bett.


1. Sultan Abdul Samad Gebäude, 2. Golden Triangel mit Times Square (2 braune Türme), 3. in augenhöhe mit den Petronas Towers, 4. Hochhäuser einmal von oben (Blick Richtung Westen), 5. Chinatown, in der Mitte Dayabumi Komplex, links daneben Nationalmoschee, 6. Menara Tower wieder von unten

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Tag 224 – 236, Krabi – Kuala Lumpur, 903 km

Posted by raimundschallauer - 21. Februar 2012

Fr 17.02.2011

Ein Tag ohne besondere Vorkommnisse. Um 7 Uhr fuhr ich in Krabi ab um 13:15 Uhr nach 129 km war ich in Trang. Ich suchte ein Guesthouse, quartierte mich ein und blieb den ganzen Nachmittag in meinem Zimmer. Ich brauchte Erholung, es war sehr heiß heute und ich bin vielleicht ein bisschen über meine Verhältnisse gefahren. Abends ging ich auf den Markt, aß, kaufte Getränke für Morgen und zog mich wieder auf mein Zimmer zurück.


Sa 18.02.2012

Abfahrt ½ 7 Uhr bei 25°, am Vormittag zwischen Trang und Phatthalung war die Strecke etwas hügelig, hatte ich schon lange nicht mehr gehabt, aber es war bewölkt und somit nicht so heiß. Von Phatthalung bis Hat Yai war es wieder bretteleben und es schoben sich auch immer wieder Wolken vor die Sonne, sodass es nicht ganz so heiß wie gestern wurde und ich die 151 km trotz meiner Bronchitis ganz gut schaffte. Hat Yai ist keine besonders schöne Stadt, aber man kann gut essenund könnte auch viel einkaufen. Es gibt ein paar riesige Märkte mit Produkten aller Art. Ich schlenderte am Markt herum, aß etwas, kaufte nichts ein und setzte mich dann in ein Café mit free WiFi, in meinen Guesthouse hatte ich nämlich keinen Internetanschluss.
1., 2., 3. Markt in Hat Yai


So 19.02.2012

Da ich nur ca. 120 km vor mir hatte, fuhr ich erst um ½ 8 ab. Es lief ganz gut, obwohl ich meist leichten Gegenwind hatte. Um 11 Uhr war ich an der Grenze. Ich unterhielt mich sehr lange mit einem Grenzbeamten, der im April nach Wien kommt und eine Menge wissen wollte. Er war wirklich schon gut vorbereitet, hatte Straßenbahn- und U-Bahnpläne, wusste genau den Weg vom Prarterstern zu seinem Hotel, etc.. Er fragte mich, wann die Sonne im April in Wien untergeht, damit er sich seine Besichtigungen einteilen kann.
Der Grenzübertritt war auch problemlos, die Beamten alle freundlich und hilfsbereit und endlich brauchte ich mal kein Visum.
Gleich nach der Grenze war auch ein ATM und er gab mir Geld. Ob es echtes ist, probierte ich dann auch gleich an einer schönen Raststätte an einem See aus, indem ich mir ein Mittagessen kaufte. Ich trödelte ein bisschen zu viel, so wurde der Tag immer länger und es wurde auch immer heißer und als ich nach 5 Uhr in Alor Setar ankam, war ich ziemlich geschafft.
An meinem erster Tag in Malaysien hatte ich nur positive Eindrücke, schöne Straßen, schöne Landschaft, schöne Häuser, nette Menschen, fast alle sprechen englisch und ich sah keine einzige Behausung, die auf Armut schließen ließe.
Ich machte noch einen Stadtspaziergang, um auch für morgen einzukaufen, dabei erlebte ich mein erstes Tropengewitter. Es schüttete wirklich unbeschreiblich. Als ich dann, bei nur mehr leichten Regen, zu meinem Hotel zurückging fühlte ich mich unwohl und sehr schlapp und verzog mich auch gleich ins Bett.

1. an der Grenze zu Malaysia, 2. Raststation an einem See, 3. so schön ist es in Malaysien, 4. Moschee in Alor Setar


Mo 20.02.2012

Die ganze Nacht konnte ich kaum schlafen, mir war übel. Irgendwann gegen Morgen musste ich mich übergeben und das schaffte auch Erleichterung. Am Vormittag aß ich ein Joghurt und trank verdünnten Orangensaft, dann schlief ich wieder. Ich war todmüde und komplett schlapp. Zu Mittag übergab ich mich wieder, ab jetzt aß ich nichts mehr. Ich schlief den ganzen Nachmittag. Abends spürte ich langsam Besserung. Ich trank ein bisschen Wasser und verdünnten Saft, blieb aber im Bett. Im Hotel hab ich schon angekündigt, dass ich noch eine dritte Nacht bleiben werde. Ich brauch noch einen Tag Erholung.


Di 21.02.2012

Obwohl ich gestern den ganzen Tag im Bett lag, schlief ich in der Nacht ganz gut. Das Unwohlsein war am Morgen vorbei und ich fühlte mich auch wieder halbwegs bei Kräften. Ich widmete mich meinem Blog, plante ein wenig die weitere Route, informierte mich über das nächste Etappenziel, Georgetown, usw. Ich blieb aber noch den ganzen Tag im Hotel und schonte mich körperlich. Die morgigen 100 km sollten aber zu schaffen sein.


Mi 22.02.2012

Oft kommt es anders als man denkt. Nach 65 km stieg ich vom Rad. Ich versuchte zwar von Beginn weg langsam und möglichst ohne Anstrengung zu fahren, aber es lief nicht. Alle 5 bis 10 km musste ich eine Pause einlegen und ich fühlte mich zusehends unwohler auf dem Rad. Es wurde gegen Mittag auch wieder heiß und schwül und so fuhr ich in Sungai Petani zum nächsten Hotel, stieg ab, duschte und ruhte mich im klimatisierten Zimmer mal für 2 Stunden aus. Um 5 Uhr regnete es schon.
Ich fuhr um 8 Uhr ab (die Uhren gehen in Malaysien eine Stunde vor gegenüber Thailand), um 15 Uhr stieg ich ab, die Fahrzeit betrug 3:55 Stunden, die Pausen 3:05 und das alles für 65 km. Allein daran sieht man, wie es mir erging. Nochmals ausruhen, morgen wird es besser.


Do 23.02.2012

Um 8b Uhr brach ich auf, gemütlich und im Schongang. Es ging besser als gestern, ich konnte 2 Stunden durchfahren und das war ja schon die halbe Miete. Nach einer kleineren Pause in Butterworth kam ich zu der fast 10 km langen Brücke vom Festland nach Pulau Pinang. Es ist eine riesige breite Autobahnbrücke, aber man hat mir versichert, ich darf sie mit dem Rad befahren. Wie ich zur Mautstelle kam, stand dort die Polizei, und die sagte mir: nicht mit dem Fahrrad! Aber kein Problem, lad es auf unseren Pickup und wir bringen dich kostenlos rüber. Und so war es dann auch. Ich gab ihnen 5€ Trinkgeld, das nahmen sie dankbar an, verabschiedeten sich freundlich und ich ersparte mir auch ein paar Kilometer in der Mittagshitze. Jetzt waren es nur mehr knappe 10 km bis Georgetown, dort fand ich auch rasch eine günstige, klimatisierte Unterkunft und ich konnte mich nachmittags wieder ausruhen. Abends aß ich nach 4 Tagen das erste Mal wieder ordentlich, trank Bier und hab auch alles behalten.

1. Penangbridge, 2. das ist kein Nachtzug sonder ein Schlafsaal für 12 Personen, 3. meine Schlafbox


Fr 24.02.2012

Mein Bauch scheint wieder in Ordnung zu sein, das gestrige Essen hatte ich gut vertragen und ich hatte auch gut geschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück, ist im Zimmerpreis inkludiert, machte ich eine größere Sighseeingtour durch die Altstadt, besichtigte das Pinang Peranakan Herrenhaus, einstige Residenz eines sehr reichen Handelsherrn, und Khoo Kongsi, das Haus des chinesischen Khoo-Familienclans (ihr Stammbaum reicht 27 Generationen zurück, keine Armen!). Nachmittags kam ich zurück zum Hostel, kühlte mich in meiner klimatisierten Schlafbox ein wenig ab, widmete mich meinem Mac, aß im Haus zu Abend und aktualisierte noch meinem Blog am Balkon sitzend bei 25°. Ich kam dabei mit Bea ins Gespräch, einer sehr netten Schweizerin. Sie bereist auch schon monatelang den halben Orient, erzählte von Indonesien und ist von diesem Land und den Leuten begeistert. Später am Abend fuhren wir noch mit den Rädern zum Red Garden Food Paradise & Night Market Abendessen (für mich das zweite Mal) und beschlossen dabei, morgen den höchsten Berg Penangs zu besteigen, den Penang Hill oder Bukit Bendera.

1. City Hall, 2. Queen Victoria Memorial Clock Tower, 3. im Pinang Peranakan Herrenhaus das Esszimmer, 4. Khoo Kongsi, Eingang in das Haus des Khoo Clans


Sa 25.02.2012

Nach dem Frühstück im Hostel mieteten wir 2 Motorroller, ‚The best and cheapest in town‘ lt. Vermieter und fuhren zum Botanical Garden, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Zuerst ging es lange über einen betonierten Weg und Stufen den Berg rauf, dann wurde es ein richtiger Dschungelpfad und die letzten 200 hm war es ein schmale Asphaltstraße mit bis zu 30% Steigung (Selbstauslösung von Lawinen bei entsprechender Schneelage möglich!). Nach diesen wirklich schweißtreibenden 800 hm hat man einen echt schönen Ausblick auf Georgtown. Nach einer Rast mit gutem Mittagessen und ein bisschen Fotografieren (nur Bea, mein Fotoapparat hatte vorübergehend den Geist aufgegeben) machten wir uns an den Abstieg. Wir trafen auf ein paar Affenfamilien bei denen es nicht immer friedlich zuging und verfolgten eine zeitlang ihr Treiben. Als wir zu unseren Rollern kamen, begann es leicht zu regnen. Wir fuhren aber trotzdem noch an den Batu Feringgi und machten dort noch einen durchaus interessanten, längeren Strandspaziergang. Ein Strand mit Muslimen ist eine eigene Welt. Sie baden voll bekleidet, oft auch die Männer und scheinen auch zu wissen, dass das für uns ungewöhnlich wirkt. Sie sind freundlich, lassen sich fotografieren und man gewinnt den Eindruck, sie freuen sich sogar darüber.
Vor der Rückfahrt stärkten wir uns noch mit Spezialburgern im Hardrock Café von Feringgi. Knapp vor 10 Uhr waren wir wieder zurück.

1. Blick von Penang Hill auf Georgtown, 2. Makaken bei der Körperpflege, 3. auch so macht das Baden Spaß, bei Batu Feringgi, 4. am Strand von Batu Ferenggi (Foto, 1., 2., 3., 4 Beatrice Fischer)


So 26.02.2012

Am späten Vormittag besichtigten Bea und ich Fort Cornwallis. Das Bauwerk selbst ist nicht besonders imposant. Der geschichtliche Hintergrund aber durchaus spannend. In der Zeit der Kolonialisierung kam eines Tages ein englisches Schiff mit dem Herrn Captain Sir Francis Light an Bord, man ankerte vor der Insel, ging an Land und sagte: das ist jetzt ein Teil Englands. So einfach ging das damals. Zahlt Abgaben und wir beschützen euch. Genug der Polemik.
Wir gingen noch nach Little India, in den Gassen immer den Schatten suchend, aßen dort Garlic Butter Naan mit Tandoori Chicken und schlenderten nachmittag wieder zurück in das klimatisierte Hostel.
Mit Blogpflege, Postkarten schreiben und die Abfahrt für morgen vorbereiten verging der Nachmittag, abends gingen wir nochmals indisch Essen. Morgen geht es weiter Richtung Kuala Lumpur.


Mo 27.02.2012

Kaum beginnt man sich an einem Ort wohl zu fühlen, geht es wieder weiter. So ist halt Reisen, sesshaft war ich jetzt eh 55 Jahre.
Diesmal fuhr ich nicht über die langen Brücke, sondern nahm die Fähre zum Festland, kostet nichts und ist weniger anstrengend. Kurz nach 9 ging es dann von Butterworth immer auf der Straße Nr 1 nach Südenosten bis Taiping, dann gerade ostwärts bis Kuala Kangsar, anschließend Richtung Nordost bis Sungai Siput und das letzte Stück geradewegs nach Süden bis unmittelbar vor Ipoh. Hier begann es zu Blitzen und Donnern aber ich sah schon ein Hotel vor mir. Kaum war ich drinnen, ich hatte noch nicht einmal den Preis ausverhandelt, brach draußen das Gewitter auch schon los. Um umgerechnet 15 Euro hatte ich ein schönes viel zu großes Zimmer, aber angesichts des Sturmes und des Regens nach ich den Preis in Kauf.

1. Abfahrt mit der Fähre aus Georgtown, 2. auf der Brücke über den Perak River bei Kuala Kangsar


Di 28.02.2012

Von Ipoh ging es weiter Richtung Süden nach Kuala Lumpur. 12 km vor meinem Etappenziel Tanjong Malim musste ich in einem Buswartehäuschen Schutz suchen. Das täglich übliche Tropengewitter begann heute schon um ½ 4. Nach 1 Stunde war der Zauber wieder vorbei und ich konnte die restlichen km auf zwar feuchter Straße aber sonst im Trockenen zu Ende fahren. Im Twin Star Hotel stieg ich ab. Morgen sind es keine 100 km mehr bis Kuala Lumpur. Ein Hostel hab ich schon gebucht.


1. südliche Stadtausfahrt von Ipoh, 2. Tropengewitter 12 km NW von Tanjong Malim


Mi 29.02.2012

Bei aller Freude am Radfahren, aber wenn eine Etappe nach 80 km zu Ende ist, dann ist das auch nicht schlecht. Um ½ 1 Uhr war ich schon in Kuala Lumpur im Hostel. Dieses Reggae Mansion Hostel ist ganz neu und echt toll. Auch wieder mit Schlafboxen wie schon in Georgtown, aber großzügiger und mit versperrbaren Stauraum für das Gebäck. Nach dem Duschen laß ich mal nach, was es eigentlich alles zu besichtigen gibt und fuhr dann noch auf einen kleinen Spaziergang ins berühmte Golden Triangle, wo ein Einkaufszentrum neben dem anderen ist.  Abends trank ich im Hostel noch 2 Bier und verzog mich dann in meine Schlafbox.

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Tag 216 – 223: Kletterurlaub mit Julia und Lukas in Krabi

Posted by raimundschallauer - 11. Februar 2012

Do 09.02.2012

Der Schlafbedarf der Jungen ist doch etwas größer als meiner und so saß ich allein vor dem schönen Frühstücksbuffet. Nach einer Stunde leistete mir dann Julia Gesellschaft und Lukas schlief bis Mittag. Er hatte gestern scheinbar zu viel Sonne abbekommen und litt unter Migräne. Nachmittags war wieder alles ok, wir saßen am Strand, diskutierten und gingen dann, als die Felswände im Schatten lagen, auch noch klettern. Als erste Tour im unbekannten Felsens wählten wir die ‚Big Wave‘ in der Monkey World (Name der Wand), eine 6+. Lukas machte den Vorstieg, Julia und ich kletterten dann Top Rope. Nicht allzu schwer, aber schweißtreibend. Auch an das Hochtemperaturklettern muss man sich gewöhnen.
Nach dem Klettern gingen wir in ein Strandlokal und aßen vorzüglich (Happy Pot). Lukas und ich gingen nochmals in das echt warme Meer schwimmen und ließen dann in einer Bar auf Matten liegend, den Strand, das Meer und die Nacht genießend bei ein paar Getränken den Tag ausklingen. Es war ein schöner, erholsamer erster Urlaubstag.

Apparently, young people do really need more sleep than I do and so I went alone to have breakfast at the huge buffet. After an hour, Julia woke up and kept me company and Lukas slept in until noon. He must have spent too much time in the sun yesterday and was suffering from a migraine. But in the afternoon, he felt better and we went to the beach and then went climbing on those walls that lay in the shade then. As our first tour we chose „big wave“ in Monkey World (the name of the wall), a 6+. Lukas led, and Julia and me followed top rope. It wasn’t too challenging, but we all sweated a lot. Climbing in tropical temperatures is something the body needs to get used to as well.
After climbing we went for a delicious dinner in a beachside restaurant (Happy Pot). Lukas and me went for a nightswim and then had a few drinks at a bar, enjoying the beach and the sea.
It was a beautiful and relaxing first day of my vacation.


1. nach mehr als einem halben Jahr wieder gemeinsam an einem Tisch, Julia und ich beim abendessen in Ton Sai, 2. die Bucht vor Ton Sai bei Nacht, 3. Lukas, nicht nur beim Klettern gut gelaunt, auch nachts am Strand


Fr 10.02.2012

Ich stand um 8 Uhr auf und machte ein bisschen Wirbel, damit auch die Schlafmützen munter wurden und wir gingen gemeinsam zum Frühstücksbuffet. Um 10 Uhr ging es zum Klettern, Lukas hängte eine VII- Tour, die ‚I no speak England‘ an der Ton Sai Wall ein, ich ging sie dann Top Rope gesichert. Er machte noch eine zweite 7-, dann war es Mittag, die Sonne kam in die Wand und wir machten Mittagspause, gingen ins Meer, aßen eine Kleinigkeit und sahen anderen nimmermüden Kletteren beim Bouldern zu. Am Nachmittag wagten wir uns wieder an die Monkey Wall, machten wie gestern die den ersten Teil der ‚Big Wave‘, Lukas auch noch die zweite Seillänge, dann war es finster. Das Abseilen im Dunklen gleichzeitig mit 3 Chinesen von selben Standplatz in der selben Route war recht abenteuerlich. Heim, duschen, Abendessen, Internet, schlafen.

I got up at eight and tried to wake up the sleepyheads, then we went for breakfast together. At ten, we went to start climbing, Lukas led a 7-tour, called „I no speak England“ on Ton Sai Wall, I followed top rope. He led another 7-, then it was lunchtime and the sun made it impossible to continue climbing. We took a lunch break, went swimming and had a bite to eat while watching the other climbers bouldering. In the afternoon, we went back to Monkey Wall and did the first part of „big wave“ again. Lowering in the dark, together with three Chinese guys was quite adventurous. We then went home, had a shower, dinner, surfed the internet and went to bed.

1. das großzügige Frühstücksbuffet gleich bei unserm Quartier, 2. Ebbe in Ton Sai, 3. Julia in ‚Big Wave‘, 6+, 4. die Ton Sai Wall, die leichteste Route in dieser Wand ist eine 6+, 5. aus eienr kleinen Höhle beim 1. Standplatz in ‚Big Wave‘ Route, 6. Ton Sai von oben in der sehr kurzen Abenddämmerung (vom selben Standort wie Bild 5)

Sa 11.02.2012

Nach einem ausgiebigen Frühstück gingen Julia und Lukas zur Tyrolean Wall klettern. Ich beschäftigte mich mit meinem Blog und meinem Mac. Internetbenutzung ist hier etwas mühsam, WiFi gibt es nur an wenigen Stellen, auch nicht rund um die Uhr und man muss dafür bezahlen. Von 6 Uhr am Morgen bis 6 Uhr am Abend ist mit wenigen Ausnahmen nirgends Strom. Ich bereitete also am Vormittag für meinen Blog alles vor, schrieb mails in ein Dokument, sodass ich dann bei Internetzugang abends alles nur kopieren musste, somit Zeit sparte und Julia und Lukas auch dann mit meinem Mac ihre mails checken und via skype telefonieren konnten. Am späten Vormittag ging auch ich zur Tyrolean Wall, versuchte eine Tour und dann war es ohnedies schon Zeit für die Mittagspause.
Nachmittags fühlte sich Lukas nicht recht wohl und gönnte sich einen einen erholsamen Schlaf. Julia und ich gingen zum Strand, schrieben Karten und plauderten. Vor dem Abendessen erledigten wir unsere Internetaufgaben, skypen, mails, blogs, Infos, etc. Das dauerte natürlich alles seine Zeit, weil wir drei nur einen Internetzugang hatten und somit immer nur einer arbeiten konnte. Um ½ 10 gingen wir schließlich Abendessen und dann zu Bett.

After breakfast, Julia and Lukas went to the Tyrolean Wall to climb while I updated my blog. Using the internet here is a little nerve-racking, they only have wifi in some places and also not all day and you have to pay for it. Between 6:00 am and 6:00 pm Ton Sai is completely without electricity, with only few exceptions. So in the morning, I prepared my blog to make it easier to upload everything as soon as we would have internet reception. That way, I would safe us some time and Julia and Lukas will be able to check their e-mails and use skype as well. Around noon, I made my way to the Tyrolean Wall as well and tried one of the routes and then it was time for lunch break.
After lunch, Lukas didn’t feel too good and went for a nap to our bungalow. Julia and I went to the beach, wrote postcards and chatted. Before dinner, we used the internet again which took quite some time, since we only had my macbook for all three of us. At 9:30, we went to dinner and then to bed.

1. Kletterer an der Tirolian Wall, diese Route war für uns ein bisschen zu schwer, 2. seine Familie wohnt in unmittelbarer Nähe zu uns, 3. sie lebt in Nachbars Garten

So 12.02.2012

Julia und Lukas erledigten vormittags noch Organisatorisches für die Überfahrt nach Ko Phi Phi und die Weiterreise nach Ko Tao. Zu Mittag wanderten wir dann eine dreiviertel Stunde quer durch den ‚Dschungel‘ von der Ton Sai Beach zur Railey Beach West. Dort gingen wir zur Diamond Wall klettern. In der Diamond Wall gibt es auch ein paar etwas leichter Routen, sodass auch Julia und ich das Klettern ein bisschen genießen konnten und nicht ständig über unseren Verhältnissen bewegen mussten. Abends bewunderten wir noch einen schönen Sonnenuntergang in Railey Beach, bei Ebbe gingen wir dann über den Strand zurück nach Ton Sai. Es war unser letzter Abend in Ton Sai und so lud ich Julia und Lukas zum Abendessen ein.
Wir begannen noch unsere Sachen einzupacken, morgen ist ja um 9 Uhr Abfahrt nach Ko Phi Phi. Lukas und ich gingen anschließen nochmals zum Strand, um uns mit ein paar Bier von Ton Sai zu verabschieden.

Julia and Lukas organised their trip to Ko Phi Phi in the morning, as well as their upcoming trip to Ko Tao. Around lunchtime, we hiked through the jungle for about an hour, from Ton Sai beach to Railey beach west to go climbing on the Diamond Wall. There, we found a few easier routes, so that Julia and me could do a lot more enjoyable climbing and didn’t have to go routes that were actually too difficult for us. In the evening, we watched the sunset over Railey beach and thanks to the low tide, we could walk over the beach bach to Ton Sai. It was our last evening in Ton Sai, so I invited them to dinner.
We then started packing up our stuff, since we would be leaving for Ko Phi Phi tomorrow at nine. Lukas and me went to the beach for a few beers later on, in order to say goodbye to Ton Sai.


1., 2., 3. Julia, Lukas und ich in der Diamandwall in Railey West, 4. zwei Affen bei einem Streit um die Beute aus einer Bar (sie stahlen grad vorher Früchte), 5. Sonnenuntergang vor der Railey West Beach

Mo:13.02.2012

Um 9 Uhr waren wir am Strand und warteten auf ein Boot nach Ko Phi Phi. Um ½ 10 brachte uns ein Long Tail Boot aufs Meer raus zu einer größeren Fähre und dann ging es nach Ko Phi Phi. Zu Mittag kamen wir an, Lukas und ich suchten ein Quartier, Julia wartete einstweilen am Pier. Um 2 Uhr bezogen wir unser neues Heim, diesmal mit WiFi und Air Con. Nach einem erholsamen Mittagsschläfchen bei angenehmer Temperatur gingen wir Essen und erkundeten den Ort, kamen schließlich bis zur Sunsetbay, machten Fotos vom Sonnenuntergsang, gingen zurückt, pflegten unsere Internetkontakte und gingen schließlich um 10 nochmals in den Ort für ein spätes Abendessen.

At 9:00 am we walked down to the beach and waited for the boat that would take us to Ko Phi Phi. At 9:30, a long tail boat took us out to sea, where we were picked up by a ferry to go to Ko Phi Phi. We arrived around lunchtime, Lukas and me went searching for a guest house while Julia waited at the pier. At 2:00 pm, we brought our stuff to our new guest house, which had wi-fi and air condition. After napping for a while, we went for lunch and explored the village, then hiked to Sunset Bay to watch the sunset and after walking back to our room to write a few e-mails, we went for dinner around 10:00 pm.


1. Einfahrt in die Tonsaibucht auf Ko Phi Phi, 2. Sonnenuntergang an der Sunsetbay, Ko Pho Phi


Di 14.02.2012

Lukas war am Vormittag tauchen, Julia und ich spazierten nach dem Frühstück durch den Ort, kauften Kleinigkeiten und warteten dann auf Lukas. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gingen wir wieder heim. Lukas schlief den ganzen Nachmittag, er war ziemlich erschöpft von seinem Tauchgang, Julia bekam Magenkrämpfe und Verdauungsprobleme und wagte sich nicht mehr ausser Haus. Ich machte am späten Nachmittag noch einen Stadtrundgang und leistete mir eine Massage. Nach dem Abendessen gingen Lukas und ich noch an den Strand, es gab dort eine riesen Valentinsparty mit Feuerschluckern, Akrobaten und Disko in jeder Bar.

Lukas went diving in the morning, Julia and me went for breakfast into the village, went a little shopping and waited for him to get back. After lunch, we went back to our room. Lukas napped all afternoon, he was very exhausted from diving, Julia got stomach cramps and diarrhoea and couldn’t leave the room. So I went for massage alone and for a walk through town. After dinner, Lukas and I went to the beach. There was a huge Valentine’s Day party with fire eaters, acrobats and music in every bar.


Mi 15.02.2012

Ein richtiger Urlaubstag! Spät aufstehen, gemütlich frühstücken, ein bisschen faulenzen und dann den ganzen Nachmittag am Strand liegen, lesen, baden, mit Julia tratschen, zwischendurch ein Bier trinken, nach Sonnenuntergang heimgehen, duschen, Abendessen und nochmals Party am Strand.

Real vacation feeling today! Sleeping in, taking time for breakfast, lingering and then spending all afternoon on the beach reading, swimming, chatting with Julia, having a few beers, going home after sunset, having a shower, having dinner and then back to the beach for party.

1., 2. Strand in der Loh Dalum Bay auf Ko Phi Phi


Do 16.02.2012

Um 10:30 fuhr unsere Fähre von Ko Phi Phi ab und nach ca. 2 Stunden kamen wir in Krabi an. Juia und Lukas hinterlegten ihr Gepäck am Pier und dann fuhren wir mit einem Taxi in die Stadt. Ich bezog ein günstiges Guesthouse und anschließend aßen wir noch gemeinsam zu Mittag. Julia und ich bummelten noch ein wenig durch die Stadt, während Lukas mit Freunden und Freundin skypte. Um ½ 5 schließlich fuhren sie wieder zur Pier um mit dem Bus weiter nach Surat Thani zu fahren. Der für mich so schöne Urlaub mit meiner Tochter war wieder zu Ende. Abends ging ich nochmals in die Stadt und kaufte für morgen Getränke und Verpflegung. Morgen geht es wieder alleine mit dem Rad weiter nach Süden.

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